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Dokumentation

30. Juli 2020 um 11:07 von Bernd Lange

I.        Frühjahrsputz und Russisch Brot … so fing alles an!
II.       Zwischen Schreib-Werkstatt und Rapunzel-Turm
III.      Höhenflug und Tiefschlag
IV.      Doktorspielchen und die alles entscheidende Frage
V.       In 3tausend4hundert9und60 Worten zum Titel
VI.      Blind-Date in der Mailbox
VII.     Vorstellung einer Vorstellung
VIII.    Gerald Benn – Event-Manager
IX.      … und damit war das Casting durch
X.       5 – 4 – 3 – 2 – 1 ….
XI.      Worte zwischen Himmel und Hölle
XII.     Kapitel 1 – Isa Ketelsen und der Umgang im Forum
XIII.    Kapitel 2 – Brief-Wechsel in die privaten E-Mail-Boxen
XIV.    Ohne Worte
XV.     
Kapitel 3 – Stolpersteine
XVI.    Kapitel 4 – patt, doch nicht matt
XVII.   Kapitel 5 – ausgesprochen stimmig
XVIII.  Köstliches à la carte, No 1
XIX.    Köstliches à la carte, No 2
XX.     Köstliches à la carte, No 3
XXI.    Vom Weiterdrehen der Welt

XXII.   Kapitel 5 – ausgesprochen stimmig
XVIII.  Kapitel 6 bis 24 – Ein vollendetes Manuskript

Und hier geht’s zur Folge I …
Sage und schreibe … uns was im Web-log.

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Frühjahrsputz und Russisch Brot … so fing alles an!

4. Februar 2013 um 16:00 von Heike Petersen

‚Texter Paradise‘ bei Xing – das klang interessant. Das wollte ich mir ansehen und meldete mich im Januar 2010 an. Um mich vorzustellen, wählte ich die virtuelle Gruppen-Lounge, in der seit einem Jahr kein Besucher mehr war.

Frühjahrsputz in der Lounge
07.01.2010, 01:23  Heike Petersen

Na … hier sieht’s ja aus … ein Jahr lang war keiner da. Mal schauen, ob jemand kommt, wenn wieder geöffnet ist.

Ich mach mal das Licht an, schüttel die Kissen auf, staube die Polster ab und lege Feuer im Kamin.

Die gute Nachricht ist: Die Bar ist gefüllt und ich habe die Gläser gespült.
Also … was kann ich Euch anbieten …? Gibt auch alkoholfreie Nikotinpflaster …

Ich habe diesen verwaisten Ort für meine Vorstellung ausgesucht, weil ich bekennende Loungerin bin … und hier gefällt es mir. Bin schon beim zweiten Gläschen Rioja.

Hallo und Salud aus Tarifa
♥lich
Heike

Die Moderatoren und einige Mitglieder des Forums nahmen humorvoll zur Kenntnis, dass eine ‚Neue‘ die Bar gestürmt hatte und eigenmächtig eine virtuelle Party plante, um die Texter aus der Reserve zu locken.

Nach einigem Geplänkel und der wesentlichen Fragestellung, ob Texter noch freie Worte außerhalb des Satzspiegels finden, wurden von Bernd Lange süße Buchstaben ins Rennen geschickt.

12.01.2010, 18:03  Bernd Lange

Zur Not:
Russisch Brot

Meine Antwort darauf bediente überwiegend das Thema ‚Ich und meine freche Klappe‘, aber ich vergesse nie, freundlich zu sein und was anzubieten.

12.01.2010, 18:36  Heike Petersen

Hallo Herr Be-lange
sind Sie als Helfer zum Anpacken hier, damit wir die Lounge aufgemotzt kriegen … oder sind Sie einer, der mit den Händen in den Hosentaschen gute Ratschläge geben kann?

In jedem Fall freue ich mich Sie zu sehen.

Einen Drink?

So von der Seite angemacht, erklärte der Betroffene sein Tun.

13.01.2010, 08:08  Bernd Lange

Hei Frau Pet,
ne ne, musste ’n Schneemann bauen.
Jetzt fehlen mir für’s Gesicht noch 2 O’s in 48 Punkt, ein A in 64 Punkt und ’n querliegendes C in 96 Punkt.
Mit GutenMorgenGruß
bla

„bla“ – das witzigste Namenskürzel unter den Loungern. Da konnte keiner mithalten. ‚ume‘ und ‚awi‘ hatten das Nachsehen, ‚jub‘ auch.
Seit die Lounge wieder geöffnet hatte, fand sich morgens der eine oder andere zur Pause dort ein. „bla“ sorgte für das leibliche Wohl.

14.01.2010, 09:50  Bernd Lange

Morjn zusammen,

hab jetzt mal ’n paar Butterbrezeln mitgebracht. Die nicht im Schwäbischen Beheimateten wissen’s vielleicht nicht unbedingt, dass hier ’n Morgenkaffee ohne Brezel so was wie ’ne Bulette ohne Senf ist.

So, genug geschwätzt, weiter im Text.

Das gereichte Laugengebäck wurde die geeignete Stärkung bei der Event-Planung. Denn die Party war nicht nur Gerede meinerseits.

Dann wurde in der Lounge plakatiert.

▼▼▼▼▼▼▼▼▼

After-Word-Party

▲▲▲▲▲▲▲▲▲

in der TP-Lounge

Montag 18. Januar 2010
21 Uhr
Eintrittspreis ♫ 1 Sound

Die Ankündigung wurde durchaus positiv aufgenommen. Bis zum Party-Abend wurden von einigen Gutgelaunten immer mal wieder You-Tube-Songs beigesteurt.

Aber es hagelte Absagen. – Spannende Frage: Lässt sich jemand auf eine virtuelle Party ein?

Die nächste Absage.

18.01.2010, 17:16  Bernd Lange

Ach, Mööööönsch, bin untröstlich: Kann leider nicht kommen.
Mein Kollege Ede Vau, der wo gewerkschaftlich organisiert ist und sich äußerst streng an die Arbeitszeitrichtlinien hält, will nicht mal fürs Open-up eine Ausnahme machen.
Und ohne meinen Kollegen bin ich gänzlich aufgeschmissen. Fehlt nur noch, dass er mich irgendwann noch rausschmeißt.

Allseits einen fröhlich-gelungenen Abend wünscht der
bla

18.01.2010, 18:11  Heike Petersen

Schade … Herr bla …
Mich beschleicht zunehmend das Gefühl, dass die Texter auf die paradiesische Ruhe in der Lounge abfahren.

Wenn dem so ist, gebe ich heute Abend den Schlüssel zurück und entsorge den Flyer, den ich schon für die Veranstaltung im Februar vorbereitet hatte

Aber noch ist nicht aufgegeben.

Dann war es soweit:

18.01.2010, 21:03  Heike Petersen

Willkommen zur ʬw.TP-After-Word-Party

Ich hatte Musik aufgelegt und ein kleines buntes Programm veranstaltet. ‚ume‘ schaute kurz rein.

Das war’s.

Die After-Word-Party in der Lounge vom Texter Paradise war ein Total-Flopp … aber einen Versuch wert.

Am nächsten Morgen: Ein sanfter Abschied ohne Kater oder Katzenjammer:

… pssssst … ganz leise …
Ich lasse das jetzt … mit dem Staubaufwirbeln … versprochen!
Werde weiterziehen und die Lounge in Ruhe lassen …

… da soll es doch irgendwo die Textil-Gruppe geben …

Alles Gute für Euch und die Buchstaben
Hasta luego
♥lich
hep

 


 

Was jedoch einen in der Gruppe bis heute beschäftigt, war die Frage: „Warum hat Heike Petersen alias ‚hep‘ ausgerechnet mich, – nomen est omen – ‚bla‘ alias Bernd Lange, der ich mit meiner dünnflüssigen Fast-Food-Ausrede der Party ferngeblieben bin, einige Tage später nochmals eingeladen?“ Es ist bis heute ungeklärt.

Xing-Kontaktanfrage von Heike Petersen an Bernd Lange am 24.01.2010

Hallo Herr b-la,
ich bin ja aus dem Paradies ausgezogen, aber Sie würde ich gern mitnehmen … in meinem Album … wenn Sie mögen.
Alles Gute
hep

 

Im Texter-Paradise wurde also der Grundstein gelegt für den Roman ‚Paradiesundjenes‘ … doch bis dahin ist noch ein unterhaltsamer Weg zu gehen …


Fortsetzung folgt hier …

Sage und schreibe … uns was im Web-log.

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Zwischen Schreib-Werkstatt und Rapunzel-Turm

14. Februar 2013 um 13:15 von Bernd Lange

Und so kam es – nachdem Heike Petersen in der Xing-Lounge des Texter Paradise reichlich, doch vergeblich Staub aufgewirbelt hatte –, dass meine Worte in ihren virtuellen Privaträumen Platz nahmen.

25.01.2010, 9:13 Uhr
von bla an hep

Hallo Frau Petersen,
tja, Paradiese sind auch nicht mehr das, was sie mal vorgetäuscht haben, sein zu wollen. Richtig betrachtet sind sie seit Adam und Eva ihrer eigentlichen Funktion nicht mehr wirklich nachgekommen.

Wenn Sie denken, ich habe in Ihrem Album ein Plätzchen verdient, gerne. Auch wenn ich sicher bin, es ist kein Poesiealbum, möchte ich Ihnen doch eine kleine Widmung schreiben:

„Wer das Handwerk des Schreibens liebt, zeigt, dass man es an seinen Händen ablesen kann.“

Schöne Grüße aus einem tiefhängenden Schneegewölke an einen höchstwahrscheinlich sonnendurchfluteten Schönwetterhimmel (falls Sie in Andalusien weilen),
Bernd Lange

25.01.2010, 13:02 Uhr

Hallo Herr Lange,
meine mobile Wege-Lagerei im virtuellen Paradies hat sich gelohnt.

„Wer das Handwerk des Schreibens liebt, zeigt, dass man es an seinen Händen ablesen kann.“
Da habe ich einen echten Schatz erbeutet!

Danke für die Widmung. Damit haben Sie haben nicht nur ein Plätzchen in meinem Album, sondern einen lichtvollen Platz in meinem Herzen.

Wenn Sie mal wieder ein paar Worte übrig haben … ich nehme sie gern bei mir auf … in meiner Schatzkiste.

Sonnigste Grüße … heute etwas grau durchzogen … sorry
hep

P.S. Schade, dass Sie die Gästeseife nur angeschaut, aber nicht benutzt haben … 🙂

Ein Wort der Aufklärung:
Das P.S. von hep beruhte auf einer Missdeutung meinerseits. In ihrem www.seitenweise-heike-petersen.de gab’s eine ‚Buchseite‘, eine ‚Herzensseite‘, eine ‚Zeitungsseite‘, eine ‚Sonnenseite’… usw. bis hin zur ‚Gästeseife‘. Ja, mit ‚f‘! Ich konnte es mir nicht verkneifen:

Ach ja, eines möchte ich noch mit einem schmunzelnden Gesicht loswerden: der Freud’sche auf Ihrer Homepage in der Navigationsleiste ganz rechts. Oder sind meine Gedanken schon so verkrustet, dass ich sie mal gründlich in Seifenlauge aufweichen sollte? Vielleicht soll ja Ihr Gästebuch einfach nur mit sauberen Händen angefasst werden? 🙂

Und so kam es dann zu dieser gepflegten Widmung auf der Gästeseife:

www.seitenweise-heike-petersen – 26.01.2010 – 13:51:25

Werte Wortschöpferin, nein, in Unschuld werde ich meine Hände nun nicht waschen. Auch wenn ich erkenne, dass Sie hier lediglich Gäste erwarten, die mich frisch gewaschenen Händen erscheinen. Ich habe verstanden – so fällt es leichter, auch geschmeidige Worte zu finden :-).
Blitzeblanke Grüße, Bernd Lange

… und zum sauberen Return:

26.01.2010, 22:35 Uhr

Lieber Herr bla,
danke, dass Sie meiner wohlriechenden Seite doch noch näher gekommen sind … und dann haben Sie auch noch eines meiner absoluten Lieblingswörter hinterlassen 🙂
Herzlich
hep

Das war’s dann im Großen und Ganzen. Bis zum Jahresende 2010 war weitestgehend Schweigen zwischen uns angesagt. Einzig Bilder führten zu Worten.

18.03.2010, 06:49 Uhr

Bernd Lange hat sein Xing-Profil aktualisiert:

18.03.2010, 13:59 Uhr

froehlich …

Was für ein schoenes „bla-Foto“ … das macht richtig Laune 🙂
Fruehlingshafte Gruesse
hep

Von: an@schreiberei-b-lange.de  – An: heike.petersen@web.de
09.04.10, 08:48:23
Ihr kleines, doch wortstarkes Xing-Briefchen vom 18. März:

Guten Tag liebe Frau Petersen,
besten Dank für Ihre launigen Worte.
Doch sehen Sie es aus dem richtigen Blickwinkel:
Es ist alles nur getünchte Schminke auf einer Fassade, dessen innere Substanz abbruchreif vor sich hinrottet. 🙂
Hab‘ letztens erst wieder ein tolles Kompliment gehört:
‚Mach Dir nix vor, Du bist ein Auslaufmodell – doch dafür ist Deine Karosserie noch einigermaßen gut in Schuss‘.
Bleibt mir zu wünschen, dass Ihr hier sichtbares äußeres Bild mit den inneren Werten übereinstimmt.
Mit frühlingshaft-leuchtenden Grüßen zurück, obwohl sich derzeit dabei noch sehr wenig tut,
blub – äh bla

Von: heike.petersen@web.de – An: an@schreiberei-b-lange.de
10.04.10, 23:11:33

Danke für die leuchten Grüße, lieber Herr Lange.
Also … ich bleibe dabei, dass es sich um ein schönes „bla-Foto“ handelt, und ich bin absolut sicher, dass die inneren Werte in einem Topzustand sind … und mit dem Äußeren perfekt korrespondieren … und an Auslaufmodelle glaube ich schon lange nicht mehr … was an meinem Alter liegen kann …
In offensichtlicher Ermangelung eines Stuttgarter Frühlings sende ich warme Grüße aus Barcelona
hep

Dann folgten 8 Monate ohne Punkt und Komma, ohne Wenn und Aber – einfach: gar nichts!

08.12.2010, 18:44 Uhr

Bernd Lange hat sein Xing-Profil aktualisiert:

09.12.2010, 17:03 Uhr

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte

Ja, ein herzliches Hallo an Sie, liebe Frau Petersen,
hat mich gefreut, dass Sie sich auf meinem Xing-Profil getummelt haben. Ach ne, das kann man auch netter formulieren: …dass Sie mal wieder bei mir reingeschaut haben. Auch wenn Ihre eigentliche Domäne – das Wort – dabei zu kurz kam, stumm blieb.
Mein Bild von Ihnen: Hoffe doch sehr, es geht Ihnen gut, oder besser noch, es geht Ihnen bestens. Sozusagen so, dass es superlativer gar nicht mehr auszudrücken ist.
Und wahrscheinlich verwöhnt Sie gar die wärmende Sonne des Südens statt der lausigen Wetterpunsche, denen wir hier als gemeines Volk in unseren Breitengraden ausgesetzt sind?
Beste wortwuchtige Grüße,
Bernd Lange

10.12.2010, 00:16 Uhr

Das Hallo an Sie ist ebenso herzlich, lieber Herr Lange.
Ich xingel derzeit wenig und als ich reinschaute und ein neues „b-la“-Profilfoto gemeldet wurde, habe ich heimlich um die Ecke geschaut … was bekanntlich bei Xing gar nicht geht. Umso mehr freue ich mich, dass Sie meine stille Neugier in einen wortgewaltigen und netten Gegenbesuch umgesetzt haben.
Ich kann Ihre Vermutung bestätigen, dass es mir super-lativ geht, auch wenn die Worte in den letzten Wochen im Alltag verbraucht werden und sich kaum eines mit anderen Kollegen in einer Form aneinander reiht … zu einem Ergebnis namens „Text“.
Ihre hellseherischen Fähigkeiten haben auch beim Wetter bestanden. Tatsächlich haben wir – nach Regen und „Kälte“ – seit zwei Tagen das wunderschönste Sommerwetter.
Nun hoffe ich, dass es auch Ihnen wohlig geht und Sie mit vorweihnachtlichen Hilfsmitteln wie Glühwein über die Härten des deutschen Winters kommen … Hauptsache … die Worte frieren nicht ein 😉
Ich grüße Sie fröhlich aus meinem Rapunzel-Türmchen in Facinas – dem ersten festen Zuhause nach drei Jahren WoMo

Mein erster Gedanke: Gibt es sie doch noch, die Märchenprinzessinnen?
Und meine Reaktion darauf:

14.12.2010, 16:33 Uhr

Ja, jetzt aber: So lange Haare haben Sie :-))) ?

15.12.2010, 14:30 Uhr

Lieber Herr b-la,
von langen Haaren war nicht die Rede.
Sagen Sie es bitte nicht weiter … ich habe eine Holzstiege in meinem Türmchen. An der macht sich allerdings gerade der andalusische Holzwurm zu schaffen. Entweder bringe ich den bald „um die spanische Ecke“ …
… oder das mit den wachsenden Haaren muss schneller gehen als üblich.

Fotoalbum Rapunzelnews

Rapunzelige Grüße aus dem sonnigen Facinas

hep

Ich war neidisch, aber das gab ich nicht zu:

nee, ne, nee, Sie haben mich auch überhaupt nicht neidisch gemacht, nein, absolut nicht, überhaupt nicht, neinneinneinneinneinnein…


 

Der liebe Herr Lange hatte mich sehr erheitert mit seiner Mail, denn hier ist nur die wirklich sehr verkürzte Version seiner ’neinneinnein‘-Reaktion zu lesen. Ich schrieb ihm ein paar erklärenden Worte:

16.12.2010, 14:25 Uhr von Heike Petersen

🙂 Das waren ja auch gar nicht die Neidisch-Mach-Fotos … die sind unter Verschluss!

Die Entscheidung, die ich bereits 2001 getroffen habe, aber erst 2007 umsetzte, hat für mich viel mit der Frage zu tun gehabt: „Gibt es Sicherheit … oder ist der Glaube daran eine Illusion?“
Mein neues Leben hier ist recht unversichert … aber nicht verunsichert. Ich bin froh und glücklich mit einer Erkenntnis, die ich durch den Wechsel erlangen durfte: Minimalismus ist kein Notstand … sondern Luxus!
Und noch etwas ist mir klar geworden: Freiheit muss man (h)aushalten können … 😉

Zwei l(i)ebenswichtige Dinge sind hier in mein Leben eingezogen: das Schreiben … und mein Herzensmann.

Inspirierende – mit frischer Atlantikluft angereicherte – Grüße
hep

Und: Adios Internet-Café und WiFi-Bar. Rapunzel ist online!!!!
Jetzt ist Schluss mit Funkstille, lieber Herr Lange. 😉


Fortsetzung folgt hier …

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Höhenflug und Tiefschlag

21. Februar 2013 um 10:00 von Heike Petersen

Nachdem Herr Lange von mir einen ganz persönlichen Einblick in meine Wohnsituation genießen durfte, zumindest exterior, bekam ich von ihm einen allgemeinen Gruß, den er offenbar an alle seine Xing-Kontakte verschickt hatte.

04.01.2011, 15:58 Uhr – Ein Gruß ins Neue Jahr aus meiner Schreiberei

Liebe Heike Petersen,
wir haben seit wenigen Tagen ein neues Jahr. Wer mich kennt, weiß, dass ich in dieser Zeit gerne die Ruhe für eine Grußbotschaft in Worten einer annähernd weihnachtlichen Geschichte suche und finde.

Mit diesen Worten wünsche ich Ihnen und allen Ihren Lieben um Sie herum ein lamettareiches Jahr 2011,
Bernd Lange

Ich schickte ihm über Xing-Mail, was ich am 24.12.2010 in der Luft zwischen Málaga nach Hamburg geschrieben hatte.

04.01.2011, 18:32 Uhr

Lieber Herr b-la,
als Dankeschön ein liebevoller Gegengruß

Herzenswunsch 2011

Da der geschätzte Herr Lange in seinem Beitrag der vergangenen Woche die langen Zeiten des Schweigens zwischen uns im Jahre 2010 zur Sprache brachte, möchte ich an dieser Stelle darauf hinweisen, dass er 14 Tage benötigte für die Reaktion auf meine Herzlichkeit. 😉

Von: Bernd Lange – 18.01.11 17:11:39

Zutiefst beeindruckt, liebe Frau Petersen, bin ich:

a/ ob Ihrer herzensguten Worte
b/ ob der Ehre, zum erlauchten Kreis der Empfänger zu gehören, der in den Genuss des Lesens Ihrer herzerfrischenden Worte kommen darf.

Herzlichen Dank, kann ich da nur schreiben.

Daraus lässt sich einmal mehr ableiten, wie ein Flug über den Wolken den Menschen beflügelt.

Meine Flügel lassen sich allerdings ein Stück weit anders beschreiben:

Träume sind Flugzeuge.
Aus den Sauerstoffmasken
strömt Musik.
Unter den Sitzen
befinden sich nicht Rettungswesten,
sondern Gedichte.
Wie unbeschriebenes Papier
schweben die Wolken
über einer heiteren Zeit.
Und das Signal zum Anschnallen
vor der Landung
ist wie das Klingeln des Weckers.

___

Ich glaube, ich bin zu stark mit realistischen Wurzeln alt geworden.

Dennoch oder gerade deshalb liebe Grüße

Bernd Lange

Ich bin etwas schneller:

Von: Heike Petersen – 18.01.11 21:42:57

Lieber Herr Lange,

danke, dass Sie mich an Ihren Flüge(l)n teilhaben lassen, die meiner Ansicht nach nicht auf „zu starke realistische Wurzeln“ hindeuten, sondern auf Phantasie und Leichtigkeit.
Wir sollten mal zusammen fliegen 🙂

Mich würde Ihre Meinung zum Blog ’Herzensmonologe’ interessieren, falls das nicht zu viel verlangt ist.

Beflügelte Grüße
Heike Petersen

Jetzt wurde die ’Schlagzahl’ erhöht:

Von: Bernd Lange – 20.01.11 12:46:28

Jaaah, liebe Frau Petersen,
nach diesen Ihren Worten darf ich Ihnen überhaupt nicht eine Antwort schuldig bleiben.

O. k., dann relativiere ich meine ‚zu starken realistischen Wurzeln‘ in bodenständige oder geerdete – dann passt’s auch wieder ins Bild als Pendant zu Ihren Flügeln :-).

Und was das Zusammenfliegen angeht: Nach derzeitiger Planung ist im März Stuttgart-Beirut, im April Stuttgart-Berlin, im Mai Stuttgart-Lissabon und im August Stuttgart-Wien optioniert.
Spaß beiseite – ich bin mir sicher, dass Sie dabei nicht mitfliegen wollen; ich weiß, ich weiß, alles metaphorisch :-))).

Ihr Blog? Ja, machen Sie’s – ich denke, es ist in der heutigen Zeit schon ein Medium, das auch mit ruhigen, mit nachdenkenswerten Worten Botschaften weitertragen kann. Und dabei bietet das Herz ja eine Fülle von Möglichkeiten.

So kommen von mir jetzt lediglich noch herzlich gemeinte Grüße,
Bernd Lange

Von: Heike Petersen – 21.01.11 01:06:11

Lieber Herr Lange,

der/das Blog ist für mich derzeit eine gute Variante, meine Gedanken in Kurzform zu präsentieren. Die Formulierungen machen Spaß und ich habe nette Rückmeldungen.
Die Herzensmonologe haben es in kurzer Zeit von Südspanien in die Bundeshauptstadt geschafft … eingeladen von Dr. Christa Schäfer.

Vielleicht haben Sie Lust und Zeit etwas zu lesen, was ich 2010 beim Bayerischen Rundfunk anlässlich eines Wettbewerbs eingereicht hatte. Wollten die aber nicht. Ich würde Ihnen gern ein Glas Schampus dazu servieren 😉

♥lichste Grüße
Heike Petersen
Anlage: Mysterie

PS.: Was macht Sie so sicher, dass ich nicht mit nach Beirut fliegen wollte … 😉

Von: Bernd Lange – 25.01.11 14:59:26 – Betr.: Mysterium?

Tja, liebe Frau Petersen… doch zunächst mal wünsche ich Ihnen einen Guten Tag.

Nein, ein Mysterium ist Ihre nachdenkenswerte Geschichte nicht. Selten, dass mir Worte fehlen, doch in diesem Falle…

Auch nein, mein Nachdenken werde ich schon noch in das eine oder andere Wort transkribieren können.

Das Ergebnis: eine Morphose, oder gar eine Metamorphose, die alle Poren öffnet?!

Ums auch metaphorisch zu beschreiben. :-)))

Und außerdem: Ein Glas Champagner – besten Dank fürs virtuelle und damit geräuschlose Schlürfen – ist m. E. die falsche Begleitung fürs Auge. Dazu passt doch sehr viel geschmeidiger ein stärkerer Tobak, so was Rauchiges in hochprozentigerer Couleur, auch wenn’s nicht gleich ein ostsibirischer Telegrafenmastenwurzelschnaps sein muss. Nun denn, da ich über 13 Prozentvolumiges nicht trinke, fällt mir auch kein passendes Getränk ein.

Insgesamt: Meinen hoch auflösenden (hoch aufgelösten?) Dank an Sie bzw. Ihre Worte.

So, genug gelobt – nicht, dass Sie mir noch abheben und wir plötzlich doch noch gemeinsam im Flieger sitzen :-))).

Allerfeinste Grüße mit einem Blick in allertrübstes Gewölke, aus dem immer noch Schneeiges flaust,

Bernd Lange

Von: Heike Petersen – 25.01.11 20:44:13

Lieber Herr Lange,
zu Beginn möchte ich Ihnen wieder herzlich danken für Ihre – wie immer gern gelesenen – Ausführungen. Und an zweiter Stelle ist es mir wichtig festzustellen, dass ich Schampus IMMER passend finde, wenn gerade kein Wasser zur Verfügung steht, um das verdiente Brot zu benetzen. Wobei ich, im Gegensatz zu Ihnen, auch Hochprozentigeres sehr zu schätzen weiß, wenn es in Form eines volljährigen Schotten aus dem Hause Glenmorangie stammt.
Der Verköstigung eines ostsibirischen Telegrafenmasten­wurzel­schnaps sehe ich noch entgegen 😉

Ganz am Ende traue ich mich noch zu fragen, was man/frau tun muss, um in den Genuss von „bla-Worten“ zu kommen, die außerhalb des Broterwerbs einer ausgewählten Leserschaft dargeboten werden?

Sonnigste Grüße
(auch wenn die sich derzeit nicht klimatisch ableiten lassen, sondern aus meinem Herzen kommen)
Heike Petersen

Von: Bernd Lange – 26.01.11 15:54:15 – Betr.: Zaghaftes Drängeln, oder?

Ja, ja, liebe Frau Petersen,
ich merke schon, dass Sie etwas hibbelich mich drängeln. Und bevor Sie mich jetzt in eine Ecke drängeln, aus der ich vielleicht nicht mehr rauskomme, kriegen Sie jetzt was aufs Auge gedrückt. Ich übernehme dabei allerdings nicht die Verantwortung, wenn’s weh tut.

So, und bevor ich mich jetzt gleich vom unfruchtbaren Rübenkrautacker meines Schreibtischs mache, ein leicht angebetteltes bla-bla von mir.

Mit reichlich Schampus werden auch die Nerven geschmeidiger, und dann ist’s vielleicht auch lesbar.

Dennoch oder gerade deshalb liebe Grüße
Bernd Lange

Von: Heike Petersen – 27.01.11 03:04:50

Lieber Herr Lange,
warum glauben Sie, dass der Text nur mit einer Überdosis Schampus genießbar ist? Verstehe ich nicht. Ich finde ihn sehr gelungen. Sie nehmen den Leser mit. Ich bin im Café, in den verschneiten Gassen, auf dem Friedhof und sogar mit den Verstorbenen unter der Erde. Es entstehen Bilder zur Stimmung und die Betrachtungen und Empfindungen leben.

Gute Nacht Grüße aus Estepona

Heike Petersen

Nachdem ich den fürsorglichen Herrn Lange beruhigen konnte, dass sein Cafésatz mir nicht den Schlaf geraubt hat, bestand ich auf eine weitere Leseprobe … und siehe da … aus seiner Schreiberei kam eine Überraschung.

Ich hatte derweil meine Herzens-Monologe aufgefrischt und bei Xing in meinem Profil gepostet:

Status-Meldung bei Xing – 27.01.2011:

Heike Petersen ►90 – 60 – 90◄ auf Herzens-Monologe

Champagner, Höhenflüge, Herzlichkeit, gepflegter literarischer Austausch …. und dann …

28.01.2011, 11:51 Uhr – „Heike Petersen 90 – 60 – 90“

Liebe Frau Petersen,

auch wenn sich die Geschichte dahinter nicht gerade positiv liest, kann ich mir in diesem Falle ein paar unernste Worte nicht verkneifen:

Kompliment, Ihre maßgerechten Proportionen.

Ein wunderschönes Wochenende wünscht
Bernd Lange

Der Kommentar zu meinem aktuellen Herzensmonolog – ein Tiefschlag … typisch Mann!


Stimmt! Typisch ich:
a/ kann ich mit Zahlen nicht umgehen
b/ hat Mann bei diesen Zahlen ein eindeutiges Bild vor Augen.


Fortsetzung folgt hier …
Sage und schreibe … uns was im Web-log.

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Doktorspielchen und die alles entscheidende Frage

28. Februar 2013 um 11:07 von Heike Petersen

Die letzte Botschaft von Herrn Lange als Kommentar zu meinem Herzensmonolog ‚90-60-90‚ war:


(>_<)
 und machte mich ‚:-

Ich war nicht wirklich (ò_ó) aber schon (ó_ò)
Solche müden Scherze regen mich zum :‚-( an
(Übersetzung).

In Ermangelung angemessener Worte und eines passenden Emoticons (der  #:o\:o/:o\:o/:o|| traf nicht wirklich meine Gefühle und eines für eine virtuelle Ohrfeige kenne ich nicht) schrieb ich Herrn Lange recht neutral:

28.01.2011, 12:14 Uhr von Heike Petersen
Re: „Heike Petersen 90 – 60 – 90″

🙂
Lieber Herr Lange,
die Betreffzeile Ihres netten Anschreibens bedarf einer Korrektur, da sonst Missverständnisse aufkommen könnten … aber ich werde jetzt nicht das Maßband holen 😉

Ein zauberiges Wochenende wünscht
hep

Nachdem wir text-il in Fahrt gekommen waren, brach wieder eine Zeit des gemeinsamen Schweigens aus (vielleicht war die Ohrfeige, wenn auch nur gedacht, angekommen? 😉 … bis zu meiner XING-Statusmeldung, die wieder Bewegung brachte.

08.03.2011, 16:53 Uhr
Heike Petersen – allgemeine XING-Meldung:

Wenn ich mit jemandem nicht rechnen kann, schreibe ich ihn nicht gleich ab.

Mit diesem geistigen Erguss begeisterte ich (oder auch nicht) meine gesammelten XING-Kontakte.
Die Aussage zielte überhaupt nicht in Richtung aktueller Ereignisse. Aber es begab sich, dass ein deutscher Verteidigungsminister eine Affäre hatte … also eine mit einem Plagiat. Karl-Theodor zu Guttenberg war gerade zum Ex-Doktor geworden. Das wiederum wirkte sich bis in die Schreiberei von Herrn Lange aus:

08.03.2011, 17:12 Uhr von Bernd Lange
„Wenn ich mit jemandem nicht rechnen kann, schreibe ich ihn nicht gleich ab.“

Liebe Frau Petersen,
vorsichtig, wie ich bin, habe ich den Betreff zunächst mal in Gänsefüße gesetzt – nicht, dass ich noch des Plagiats überführt werde.

Um Ihnen auf Ihre bemerkenswerte Aussage etwas Profanes zu begegnen: Heute habe ich mit Ihnen wirklich nicht gerechnet.

Doch immer noch besser ’ne Buchstabensuppe als ’n Zahlensalat 🙂

Und jetzt keine alaafigen oder helauigen Grüße, nein, schlicht clownereske aus der unheimlichen Hochburg des schwäbischen Frohsinns, die sende ich Ihnen ans Atlantische (oder ist’s da noch mittelmeerig?),
Bernd Lange

Und … so ‚chatten‘ bla und hep das erste Mal:

17:20 Uhr von Heike Petersen

… hier ist es meer-fach … in Tarifa haben wir die Wahl zwischen mittel und atlantisch … in jedem Fall gerade regnerisch.
Geht es Ihnen gut?

17:28 Uhr von Bernd Lange

Aha, also grenzwertig – von links nass, von rechts nass, von oben nass…

Wie es mir geht? Ich bin froh, wenn diese Zeit der aufgezwungenen Heiterkeit wieder aus den Fassaden der dumpfbackigen Gesichter rausgequollen ist. Bei Ihnen allet paletti?

17:42 Uhr von Heike Petersen

Ich schicke mal ein fröhliches Lächeln – ohne Pappnase – und wünsche Durchhaltevermögen. Aschermittwoch rückt näher … alles wird gut!
Ich habe mit einer etwas ausgedehnten Gesundheitspause zu tun. Mein Beschluss lautet, dass ich morgen wieder fit bin und munter durch die Gegend springen kann!

17:55 Uhr von Bernd Lange
Übrigens zu: ‚Wenn ich mit jemandem nicht rechnen kann, schreibe ich ihn nicht gleich ab.‘

Ich wäre da vorsichtiger: Denn wer nicht bis drei zählen kann, dem bleibt ja nur das Abschreiben (Übereinstimmungen mit lebenden Persönlichkeiten sind rein zufällig).

Ich war offline. So setzte sich der Chat um Rechnen, Schreiben und zweifelhafte Doktoren am nächsten Tag fort.

09.03.2011, 13.25 Uhr von Heike Petersen

Lieber b-la, wer in jungen Jahren nicht über „Doktorspielchen“ aufgeklärt wurde, hat wohl irgendwann das Nachsehen … oder Aufsehen …

13:55 Uhr von Bernd Lange

Mit den Doktorspielchen ist das so ’ne Sache – wer da nicht rechtzeitig aufgepasst hat, worauf es dabei ankommt, hat später einmal das Nachsehen. Nicht nur, wenn man sich nicht vorgesehen hat.

22:52 Uhr von Heike Petersen

Danke für die Aufklärung hinsichtlich Doktorspielchen.
Ich hoffe, Sie haben einen gemütlichen Abend
♥lich hep

Nun wurde es offenbar eine ‚Alltäglichkeit‘, sich in der Mailbox zu treffen.

10.03.2011, 9:21 Uhr von Bernd Lange

Guten Morgen liebe Frau Petersen,
Ihre Botschaft habe ich erst heute morgen gelesen – somit ließen sich Ihre hoffenden Wünsche zum gestrigen Abend nicht verwirklichen. Er, der Abend, wurde zu Stunden der Hausarbeit, das Übliche halt: Einkaufen, Wäschewaschen, Bügeln mit all seinen Begleiterscheinungen, bei denen nicht wirklich ein Ambiente des Gemütlichen spürbar wird.

Ich wünsche Ihnen einen rundum sonnigen Tag,
Liebe Grüße
bla-blubb

11:14 Uhr von Heike Petersen

Ihnen auch einen guten Morgen lieber Herr Lange,
normalerweise wirken meine Herzenswünsche auch ohne, dass sie gelesen werden, also quasi unsichtbar. Dass es in Ihrem Fall beim ungemütlichen Haushaltsabend blieb, muss ein Übertragungsfehler gewesen sein. Sorry. Ich werde beim nächsten Wünschen die Hausarbeit extra berücksichtigen, damit so etwas nicht wieder vorkommt.

Bitte sagen Sie mir, dass Sie gesund und heil sind, weil ich nicht genau weiß, was ich mir unter „Bügeln mit all seinen Begleiterscheinungen, bei denen nicht wirklich ein Ambiente des Gemütlichen spürbar wird“ vorstellen muss. Es klingt nach Besuch der Ambulanzabteilung des örtlichen Krankenhauses um 23 Uhr, um von einem schlechtgelaunten Notfallmediziner Brandverletzungen behandeln zu lassen … 😉

Danke für den rundum sonnigen Tag, der sich äußerlich etwas grau darstellt und stürmisch … aber das macht nichts … drinnen sieht es anders aus.

♥lich hep

12:36 Uhr von Bernd Lange

Tja, was soll ich dazu schreiben?
Nein, es sind keine ernsthaften körperlichen Verletzungen, eher vielleicht seelische.
Was schon auf nackter Haut zu keinem einigermaßen ansehnlichen Ergebnis führt, zeigt sich auch bei den von mir gebügelten Teilen: es bleiben Falten und Furchen, Krater und Kuhlen, Knitter und Kerben, Kanten und Knicke, Krause und Kluften, Rinnen und Rillen, Runzeln und Riefen, Scharten und Schluchten – kurz, das volle Programm aller nur denkbaren Einschnitte, inkl. die des Lebens.

Vor grauen Urzeiten, als ich mich noch mit Lyrischen versuchte rumzuquälen, entstanden mal ’n paar Worte sinngemäß: Der Faltenwurf der Vergangenheit legt sich jeden Tag neu.

So sieht das nämlich aus bei meiner so genannten Hausarbeit. Da hinterlässt ja die Büroarbeit weitaus weniger tektonische Verwerfungen auf meiner geistigen und körperlichen Oberfläche.
Hinreichend beantwortet? Und damit Ihrer Sorgen entbunden?
Ich wünsch’s mir. Und bleiben Sie innerlich sonnig – das glättet.

Liebe Grüße
Bernd Lange

23:28 Uhr von Heike Petersen

Lieber Herr Lange,
meine Gedanken – es sind nicht wirklich Sorgen – gehen durch Ihre sehr bildliche Beschreibung in die Richtung, dass ich glaube, Sie hätten in der Notaufnahme des örtlichen Krankenhauses bei der Behandlung bügelfaltenbedingter Brandverletzungen mehr Spaß gehabt … was wiederum neben Falten und Kanten weitere Fragen aufwirft. 43 fallen mir da ganz spontan ein. (Edit: 42 Fragen gelöscht) Warum LASSEN Sie nicht bügeln?
Ich gestehe, dass ich ein grottenschlechter Fensterputzer bin, daher hatte ich mir – in Deutschland lebend – eine Fachkraft gesucht, die diese Horrortätigkeit für 15 Euro in 20 Minuten streifenfrei und sehr unterhaltsam erledigte. Dann habe ich mich der Gesamtsituation durch Auswanderung und Umsiedelung ins Wohnmobil entzogen. Wobei das sicher eine Lösung ist, die nicht jeder anstrebt 😉

Ich bin wieder versucht Ihnen was zu wünschen, aber ich lasse das, da ich noch übe. Also … was auch immer heute Abend ist … Ich habe damit nichts zu tun! 🙂

Wenn ich unsere E-Mails lesen, komme ich häufiger zu ein und derselben Frage:

Hätten Sie Interesse an einem gemeinsamen Schreibprojekt?

♥lich hep

Jetzt nahm das Schicksal seinen Lauf …


… unweigerlich!
Mit dieser Aufforderung hatte ich nun gar nicht gerechnet.


Und ich war zunächst auch mental überfordert, ob ich diesem von Heike Petersen gewiss erwarteten Qualitätsanspruch gerecht werden kann. Worte in E-Mails zu schreiben, ist eine Sache. Eine gaaaaanz ganz andere ist ein Schreibprojekt.


Fortsetzung folgt hier …
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In 3tausend4hundert9und60 Worten zum Titel

7. März 2013 um 5:47 von Bernd Lange

Ein gemeinsames Schreibprojekt also?! Von Heike Petersen in den [virtuellen] Raum geworfen – erweitert durch ihre konkrete Idee des “Nichts Bestimmtes“. Mir gingen die drei W-Worte durch den Kopf: Was? Wann? Wie?

11.03.11 12:30:29 – Betreff: Ja, jetzt aber, liebe Frau Petersen …

… wie komme ich zu dieser Ehre; glauben Sie wirklich, dass ich Ihnen dabei das Wasser reichen kann? Wo Sie doch so viel davon direkt vor Ihrer Haustüre haben.

Als Beweis bekam ich das – sozusagen das “Bild zum Sonntag“:

Für Statistiker: 3 Tage 23 Std. 50 Min. und 23 Sek. später oder mit dem 3.469ten Wort unseres fortgesetzten E-Mail-Austausches “stand“ der Titel unseres Schreib- bzw. Romanprojektes.

Für Belletristiker: Es war eine muntere Wortspielerei zwischen uns, die fast schon das Zeug zu einem Roman gehabt hätte – u. a. kam so was wie:

von bla

»___mit dem notwendigen Ernst: Glauben Sie im selbigen, dass ich Ihren Ansprüchen an eine wohl gefeilte Wortschöpfung auch nur annähernd gerecht werden kann?
___Lange Rede, kurzer Sinn: Vielleicht müssen wir das einfach ohne große Gehirnwindungen nach Wenn und aber angehen?«

von hep

»___Warum stapeln Sie so tief, wenn Sie meine und Ihre Buchstaben nebeneinander stellen? Diese Anmerkungen werden nicht wieder angerührt … zumindest bis zur Inventur … durch den Lektor.
___Es wäre mir eine Freude, wenn wir etwas gemeinsam auf die Beine stellen … was auch immer … Hauptsache, es hat mit Gewühle im Alpha-Beet zu tun.«

von bla

»___Es ist immer wieder das Umtriebige, was einen hin- und hertreibt – wie ein Stück dümpelndes Strandgut, aus dem man eine Skulptur hätte schnitzen können.
___Wenn Sie so wollen, ist es die Suche nach dem vagen, unbestimmten Überall. Doch zumindest weiß ich hin und wieder, wo ich ein Komma setzen muss. Vielleicht lässt sich in dem derzeit noch undefinierbaren hep-bla-Projekt irgendwann einmal ein Punkt setzen?«

Und so wogte es hin, so wogte es her… bis es von Wort zu Wort zu einem fixen Orientierungspunkt kam:

von hep

»___Wenn ich davon ausgehe, dass wir bereits mittendrin sind im blahepProj, passt der Titel, der mir heute nächtlich kam, viel besser als alle anderen: “Paradiesundjenseits“.  Aber vielleicht können wir das auch alles vergessen?! Also nicht das Projekt … sondern die Tatsache, dass ich eine leidenschaftliche Titelsammlerin bin ;-). Wir brauchen gar keinen Titel … und machen einfach weiter bzw. los …«

von bla

»___Ihr “Paradiesundjenseits“ ist ja wirklich schon gnadenlos gut – einzig, der hintere Bereich kommt mir sehr apokalyptisch entgegen.
___Darf ich ein wenig eingreifen? Mit so was wie “Paradiesesundjenes“ oder “Paradiesunddas“?
___Mir fehlt allerdings noch dieser berühmte ultimativ spektakuläre Einstieg ins Paradiesige oder Parajenige.«

von hep

»___Als ich mich im Laufe des Tages jenseits des Paradieses schuftend fragte, kam der korrekte Titel, der nur lauten kann: “Paradiesundjenes“.
___Gurgeln Sie mal “Paradiesundjenes“.«

von bla

»___Ist ja so ’was wie ’ne fast richtige Kongruenz :-). Wir können es ja jetzt als “vorläufig endgültiges Ergebnis“ erst mal stehen lassen.«

von hep

»___Auf “Paradiesundjenes“ kann ich nur gekommen sein, weil wir uns ja im Paradies kennen gelernt haben … in dem der Texter … in dem es mir zu ruhig war ;-)«

15.03.11 11:20:52 :
Nach 1.132 Worten von Süd nach Nord und 2.137 von Nord nach Süd [damit zeigt sich, dass ich wieder mal viel zu viel Worte brauchte] war das 1. Wort unseres Schreibprojekts gesetzt. Und mit dem musikalischen Gruß “Another Day in Paradise“ von mir an Heike Petersen war unser Schicksal besiegelt.


So lauschten wir Phil Collins (statt Genesis) und waren bereit, aus dem Ackerboden unseres selbst gewählten Paradieses ein Alpha-Beet zu machen. Zu Beginn sprossen eher die Fragezeichen: Was wird da wachsen? Wird es biblische Ausmaße annehmen?
Erwähnt sei an dieser Stelle, dass unsere kreative Buchstaben-Sammlung mit der überlieferten Schöpfungsgeschichte so viel zu tun hat, wie eine Kobra mit Dörr-Obst.


Fortsetzung folgt hier …
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Blind-Date in der Mailbox

14. März 2013 um 11:20 von Heike Petersen

Zwei Menschen – eine Idee – ein Titel … und nun …?
Was schreiben wir?

Von Heike Petersen – 18.03.11 – 00:19:55

Lieber Herr Lange,
ich würde es sehr genießen, wenn wir einfach weiter Mails schreiben … von saurer Milch, der fehlenden Mitte, vom geliebten oder ungeliebten Chaos, von Stand- oder anderen Punkten und Kommas, von Ausnahmen … und Einnahmen … einfach so wie es kommt.
Ihnen ist das allerdings zu krümelig. Sie wollen etwas mit mehr Biss.

Was machen wir?

Zunächst haben wir uns gegenseitig Bücher geschickt:

Unfug des Lebens und des Sterbens‚ von Andalusien nach Norden.
Liebe Delphine … Lieber Jean Luc …‚ von Stuttgart in den Süden.

Es wurde ausgiebig gedankt und beraten, ob die ausgetauschte Lektüre als Grundlage für das Schreibprojekt dienen könnte.
Nein – nicht wirklich..

Nach etlichen E-Mails standen die Namen der Personen fest, die uns künftig beschäftigen würden:
Gerald Benn (Anagramm aus Bernd Lange).

Von Heike Petersen – 25.03.11 – 14:16:36 – Pfadfinderei ins Paradies

Ich mache folgenden Vorschlag:
Herr Gerald Benn und Frau Isa Ketelsen stellen sich kurz vor mit einer kleinen Liste von etwa 10 Stichworten.

Um das ganze noch interessanter zu gestalten, schlage ich wiederum vor, dass Sie Frau Ketelsen vorstellen und umgekehrt ich Herrn Benn. Schreiben Sie mir, wer/wie Frau Ketelsen ist. Ich werde es im Gegenzug auch so machen und dann sehen wir … wie sich diese beiden Personen im Laufe der Geschichte entwickeln.

Von Bernd Lange – 26.03.11 – 11:55:29

Isa Ketelsen – vielleicht verraten Sie mir, welchen Hintergrund dieser Name hat – attraktiv ist er auf jeden Fall.

Ich find’s auch spannend, wenn Sie sich Gerald Benn vorknöpfen – und ich wiederum die mir noch gänzlich unbekannte Isa Ketelsen.

Isa Ketelsen war frei erfunden (Die Letterkehr in Heike Petersen ergab lediglich unaussprechliche Klang-Kastastrophen).

Von Heike Petersen – 27.03.11 – 00:43:56

Ich muss Sie enttäuschen … die Dame hat keinen spektakulären Bezug zu ihrem Namen.

Schön, wenn der Name Ihnen auch gefällt, denn Sie haben mit ihm in Zukunft genau so viel zu tun wie ich 😉

Ich dachte mir, dass ich Ihnen schreibe, wie ich Herrn Benn sehe:
– selbstbewusst (oder schüchtern)
– sein Hund heißt Paul (oder er hasst Hunde)

So tasteten wir uns täglich ein Stück voran.

Von Bernd Lange – 28.03.11 – 12:28:39

Gegen einen Hund habe ich rein gar nichts, im Gegenteil, ich sehe Gerald Benn auch mit Hund – allerdings sollte er – wenn es für Sie in Ordnung ist – daVinci heißen – Kurzform Vinc.

Von Heike Petersen – 29.03.11 – 01:08:16

Klar soll Herr Benn seinen Vinc bekommen.

Von Heike Petersen – 30.03.11 – 01:39:30

Ich bin gerade mit Herrn Benn beschäftigt, den eine Allergie plagt 😉

Von Bernd Lange – 30.03.11 – 09:21:06

Jetzt bin ich wahnsinnig gespannt, was Sie dem Herrn Benn alles ‚andichten‘ – fängt ja schon gut an, mit der Allergie (doch bitte keine Hundehaar-Allergie).
Ist es für Sie in Ordnung, dass ich mich erst dann in Frau Ketelsen reinversetze, wenn ich Herrn Benn genauestens kenne?

Von Heike Petersen – 31.03.11 – 00:50:27

Natürlich kommt es überhaupt nicht in Frage, dass ich Ihnen Herrn Benn vorstelle und Sie dann erst Frau Ketelsen basteln. Ich finde, die beiden stellen sich gleichzeitig vor.
Was halten Sie von

Dienstag, 5. April 2011, 10 Uhr 30, hier im Mailfach?

Ich habe ein kleines vorösterliches Geschenk für Sie: Sie dürfen für Herrn Benn eine Allergie aussuchen 😉

Es könnte sein, dass Herr Benn ein großer Musical-Fan ist und sich gerade in diesem Moment in einen Workshop für Tap-Dance einschreibt 😉 Nein, das ist ein Scherz … Sie können entspannt durchatmen … Herr Benn ist Salsa-Tänzer … oder auch nicht …

Ich konnte das Sticheln nicht lassen. 😉

Von Bernd Lange – 31.03.11 – 09:03:23

Grundsätzlich haben Sie sicherlich recht – es ist gewiss schon fair, gleichzeitig unsere Protagonisten zu präsentieren, doch…

Nein, ich mag jetzt nicht kneifen – fühle mich derzeit allerdings noch weit weit überfordert. Ich befürchte Schlimmes 🙂 –> Musical-Fan, Salsa-Tänzer, Kurs im Tap-Dance (Gott sei Dank nicht Table-Dance).

Nun gut, ich werde jetzt kein ‚Spielverderber‘ sein: Di. 5.4., 10.30 h – so was wie ’ne Schicksalsstunde am Schicksalstag?!

Von Heike Petersen – 04.04.11 – 08:59:04

Bin gespannt und freu mich auf morgen und … by the way .. Herr Benn ist ein pünktlicher Mensch 🙂

5. April 2011 – der mit Spannung erwartete Tag.

Von Heike Petersen – 09:30:19

Steht Frau Ketelsen schon seit Stunden vor dem Badezimmerspiegel, um sich für das Date zu stylen … oder schläft sich noch ganz lässig …?

Herr Benn ist schon auf. Ich habe ihn noch nicht gesehen, aber ich höre die Musik aus seinem Zimmer … wie jeden Morgen …

Bis gleich

Von Bernd Lange – 09:42:01

Bis 10.30 Uhr – MESZ.

NB.: Für’s Make-up sind Sie zuständig – da kenn‘ ich mich überhaupt nicht aus, was Frauen so brauchen (an Spachtel, Grundierung, Farbe, Lack :-)))

Von Heike Petersen – 09:56:23

Mit der Make up-Frage wollte ich eigentlich neugierig den Charakter der Dame erforschen und in Erfahrung bringen, ob sie viel Farbe benötigt und für das Auftragen der Farbe viel Zeit … oder ob seine eine ist, die auch vor dem Blind-Date lange schläft, und sich nach Duschen und Zähneputzen lässig in Pullover und Jeans schwingt, bevor sie das Haus verlässt.

Schnitt! Am 21.03.2013 stellt Ihnen Bernd Lange Isa Ketelsen vor.


Schnitt zurück: Es wurde ein ziemlicher Blindflug zum Blind-Date. Der von Heike Petersen angedachte Vorschlag „einer kleinen Liste von etwa 10 Stichworten“ war bei weitem unterdimensioniert. Man wird sehen.


Fortsetzung folgt hier …
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Vorstellung einer Vorstellung

21. März 2013 um 11:46 von Bernd Lange

Unser Romanprojekt kam in die Gänge. Der Titel stand. Und jetzt kam es auf die Protagonisten an: Wer sind sie? Wie sind sie? Was sind sie? Die Dame zuerst: Isa Ketelsen.

Dabei spielte in meinem Falle eine große Rolle, was mir mein Protagonist (den ich allerdings noch gar nicht kannte!) im Zwiegespräch zuflüsterte:

Eine Traumfrau durfte es nicht sein. Mit einem Mauerblümchen hätte er allerdings auch nichts anfangen können. Und bei aller Liebe: Eine Frau mit solchen Ambitionen war ein absolutes K.o.-Kriterium.
So schnitzte (oder besser: schwitzte) ich mir aus meiner Rippe eine Isa Ketelsen, die zur Romanfigur werden sollte. Ein „menschliches Wesen“, das ich Heike Petersen am 5. April 2011 à la minute vorgestellt habe:

Isa Ketelsen – das Geschlecht dürfte ziemlich eindeutig sein.
Alter, Größe, Konfektions- und Schuhgröße, Maße, Haarfarbe und -länge und ähnliche Wert-Vorstellungen sind entweder unwichtig oder – davon ausgehend, dass sich Isa Ketelsen und Gerald Benn bereits ätherisch-virtuell geoutet haben – erkenn- und sichtbar. Und wenn nicht, kann das ja im Laufe der noch unbekannten Geschichte zu Wort kommen.
Bleibt der IQ. Den setze ich mal ein Stück weit überdurchschnittlich an – also: Isa Ketelsen ist durchaus ein intellektueller Mensch und hat eine ausgesprochen hohe Allgemeinbildung. Und darüber hinaus zu bestimmten Themen ein ausgeprägtes Fachwissen: Archäologiestudium, Schwerpunkt römische Geschichte. Daher auch als Archäologin tätig, derzeit in der historisch bedeutsamen Ausgrabungsstätte Baelo Claudia an der Atlantikküste Andalusiens. Daher auch ihr jetziger Wohnort.
Da Isa Ketelsen im Rahmen ihrer forschenden und wissenschaftlichen Tätigkeit immer wieder auch Berichte und Abhandlungen über archäologische Zusammenhänge der römischen Kulturen geschrieben hat, entdeckte sie ihr Faible für die Sprache fürs Schreiben. Und dabei möchte sie sich nun vom Fachlichen stärker ins Literarische, Belletristische einbinden.
Hypothetisch weitergedacht:
Wenn nun Gerald Benn möglicherweise auch etwas, was mit der Sprache zu tun hat, angedichtet werden sollte, hat sich aufgrund eines annähernd gemeinsamen Interesses ein virtueller Kontakt ergeben. Alles Weitere wird sich zeigen.
Vielleicht noch das eine oder andere Hobby oder Faible:
. Isa Ketelsen kocht gerne.
. Sie isst und trinkt gerne
  (natürlich im Sinne von gourmet-kulinarischer spanischer Küche).
. Sie liebt das Meer, schwimmt gerne darin und ist strand-sportlich.
. Sie lebt in (fast) ungeschminkter Natürlichkeit.
Und: Isa Ketelsen hält nix von großer Etikette, läuft lieber lässig-leger und dennoch mit geschmackvollem Stil durchs Leben.
NB:
Und wenn sie gerne tanzt, darf sie das auch gerne – Gerald Benn wird dies wohlwollend zur Kenntnis nehmen, findet allerdings selbst keinen Zugang zum Tanzen (o. k., sollte er sich jedoch als Tanzfan outen müssen, wird er sich des Themas theoretisch annehmen).

Auf jegliche Kritik und Einwände war ich bestens vorbereitet.


Spannend! Nun hatte die weibliche Hauptperson, für die ich bisher nur den Namen erdacht hatte, ein Leben und einen Hintergrund. Isa Ketelsen gefiel mir gut!

Was ich mir für einen Menschen hinter dem Namen Gerald Benn vorstellte, erfuhr Bernd Lange zeitgleich … aber hier wird der Gegenspieler von Isa Ketelsen erst am nächsten Donnerstag sichtbar.


Fortsetzung folgt hier …
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.

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Gerald Benn – Event-Manager

28. März 2013 um 0:13 von Heike Petersen

Jetzt war ich am Zug, meinem Schreibkollegen Bernd Lange die Person näher vorzustellen, die er in Zukunft mit Leben erfüllen sollte.

Gerald Benn
Ein sehr besonderer Mensch, über den man sicher ganze Bücher schreiben könnte. An dieser Stelle werden aber lediglich ein paar Teile seiner Persönlichkeit skizziert, damit man sich ein Bild von dieser Person machen kann:
Gerald Benn ist ein Gentleman der „alten Schule“.
Er gibt sein Wort … und hält es.
Er liebt klassische Musik und seinen Hund „Leonardo da Vinci“ … und mit diesen beiden Begleitern beginnt er jeden Tag mediTIERend … sofern er zuhause weilt.
Wenn er beruflich in der Welt unterwegs ist, kümmert sich die treue Agnes, seine Haushälterin, um alles. Herr Benn skypt in diesen Fällen nach Möglichkeit täglich mit Agnes und „da Vinci“.
Herr Benn hat sich einen Namen gemacht als „Privat-Event-Manager“. Sein Hauptklientel sind wohlhabende (teils exzentrische) Menschen auf der ganzen Welt. Sein letzter Auftrag war die Gestaltung einer Unterwasser-Hochzeit, was auch ein Intensiv-Training mit einer der weiblichen Trauzeuginnen (wasserscheu!) beinhaltete, mit der er eine Woche lang ihren Einsatz bei der Zeremonie geübt hat. Diese Dame – Lisa – hat auch sein privates Herz berührt. Was daraus wird, wissen wir noch nicht.
Er ist ein diskreter Mensch, der aber gern auf eine dezente Art provoziert.
Die Allergie, die ihn plagt, behandelt er möglicherweise gerade erfolgreich mit schamanischer Hilfe …
Frau Benn ist ausgezogen.
Er fährt bei schönem Wetter leidenschaftlich gern mit seinem Motorradgespann durch die Gegend … natürlich mit „da Vinci“ im Beiwagen.
Nun möchte ich eines nicht verschweigen, was die Facetten dieses interessanten Menschen am besten darstellt:
Im vergangenen Sommer hat er (kostenlos) für ein mittelloses Liebespaar die Hochzeit im Garten seines Stadthauses ausgerichtet. Die Mehrzahl der weiblichen und männlichen Gäste waren Hunde. Das Paar, das getraut wurde und jetzt glücklich vereint an verschiedenen Plätzen des Ortes den Alltag verlebt, sind Paul und Karin, die man im deutschen Sprachgebrauch als „Penner“ bezeichnen würde.
Er schreibt vieles nieder (am liebsten handschriftlich), was sich in schön gebundenen Büchern in seinem etwas chaotischen Arbeitszimmer stapelt.
Im Internet besucht er diverse Foren, in denen sich Schreibende treffen. Dort ist er auf eine Isa Ketelsen aufmerksam geworden, die durch einen Beitrag im Forum „Worte zwischen Himmel und Hölle“ sein Interesse geweckt hat. Auf das, was sich zwischen diesen beiden Menschen entwickelt, können wir gespannt sein …

So sah er also aus – der theoretische Herr Benn.
Doch im praktischen Schreiben zeigte sich dann recht schnell: mehr Schein als Sein.

Alles konnte Gerald Benn nicht erfüllen, was er laut Kollegin Heike Petersen ausfüllen sollte. C’est la vie – auch im Roman.


Fortsetzung folgt hier …
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…und damit war das Casting durch

4. April 2013 um 7:47 von Bernd Lange

Nachdem die Romanfiguren ohne Höllenqualen* viel Federlesens ihre Feuertaufe* ihr Vorstellungsgespräch erfolgreich bestanden hatten, ging’s zügig weiter.

Es bedurfte lediglich 10 Mails in 2 Tagen – wenn man so will, ging’s darin weitgehend um Rollenverteilungsschlüssel. ‚N paar Kostproben:

Heike Petersens erste Reaktion über Isa Ketelsen…

*grins* … ungeschminkte Natürlichkeit … lässig-leger …
Die mag ich!

…und gleich darauf ihre Frage:

Haben Sie Freundschaft mit Gerald Benn geschlossen?

Bernd Langes Antwort:

Ich muss den Herrn Benn erst mal verdauen, bevor ich da einhaken kann :-))).

Dennoch blieb Heike Petersen beim Fazit…

Tolles Projekt!

…und kam prompt in ihrer nächsten Mail mit:

Jetzt wird Isa Ketelsen bei nächster Gelegenheit den Text für das Forum „Worte zwischen Himmel und Hölle“ schreiben und online stellen.

Das kam Bernd Lange sehr gelegen…

Ich bitte darum, freu mich schon drauf. Bei mir ist es immer so: die Angst vor dem leeren Blatt Papier – wenn ich eine Inspiration vorgegeben bekomme, fällt’s mir leichter, darauf aufzubauen.

…und da klar war, dass der Roman in einem Literaturforum beginnt, kam noch sein gut gestylter Vorschlag:

___ wenn es so ein Forum ist, in dem sich Gleichgesinnte, die sich in irgendeiner Form mit dem literarischen Drumrum beschäftigen! Und: Es gilt dort nicht, wie auf anderen Plattformen, dass man sich bis aufs Unterhemd outet.

Heike Petersen fand’s okay:

Ich stimme zu: Je weniger die beiden voneinander wissen, desto besser. Wenn sie sich über den Text von Isa Ketelsen „treffen“, kennen sie nur den Namen des anderen – nichts weiter.

Und ein letztes Motivationshäppchen von Heike Petersen:

Frau Ketelsen ist wunderbar transportiert … ihr fehlt es an gar nichts.

Bernd Lange gab noch kurz zu bedenken:

Dass Sie mir Frau Ketelsen jetzt nicht auf der Schubkarre präsentieren :-))).

Und es zeigte sich, dass auch ich sehr gut mit Gerald Benn klargekommen bin. Oder war’s umgekehrt?!

+++
* die gestrichenen Worte ließ der Gutsagungs-Filter nicht durchgehen



*Gutsagungs-Filter … damit meint er mich! 😉 – Ich wollte unterbinden, dass hier öffentlich steht, welche Qualen ich ihm schon vor 2 Jahren bereitet habe, als noch nicht mal der erste Satz in unserem ‚gemeinsamen Buch‘ stand.

Ich hatte selbst noch keine Ahnung, was ich als Einstieg für Isa Ketelsen verfassen würde. Aber … in der nächsten Folge ‚Making-of‘ am 11. April findet unser Roman hier – im Dia-log von Paradiesundjenes – seinen Anfang. Und ich bin gespannt, wie Ihr ihn findet.


Fortsetzung folgt hier …
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5 – 4 – 3 – 2 – 1 ….

11. April 2013 um 7:00 von Heike Petersen

Der Startschuss für den Roman fiel am 06.04.2011 um 23:27:05 mit meiner E-Mail an Bernd. Wir waren noch ‚per Sie‘, als wir das 1. Kapitel in ‚Paradiesundjenes‘ schrieben:

„Lieber Herr Lange,
nun geht es los! 🙂
Das Forum ‚Worte zwischen Himmel und Hölle‘ hat ein neues Mitglied: Isa Ketelsen stellt das erste Mal einen Text ein und ist gespannt auf Reaktionen.“

Am 06.04.2011 um 23:27:05 Uhr schrieb
Isa Ketelsen


Forum „Worte zwischen Himmel und Hölle“
Hallo und Guten Tag,
ich danke für die Einladung in dieses Forum, das mich sehr begeistert. In den letzten 2 Tagen habe ich hier derart beeindruckende Texte gelesen, dass es mich einiges an Überwindung kostet, mich hier zu präsentieren, aber ich traue mich jetzt einfach.
——————————————————————————————————
Titel: ‚Todesursache unbekannt‘
Der Pathologe, der den leblosen Körper untersucht, ist ratlos. Was hat diese lächelnde Frau getötet. Keine Spuren von Gewalteinwirkung. Im Gegenteil: er hat noch nie eine Leiche untersucht, von der solch ein Frieden ausgeht. Kein Organversagen. Keine erkennbaren Erkrankungen. Keine nachweisbaren Medikamente oder Drogen. Kein bekanntes Gift.
Normalerweise wäre dieser Fall längst vom Tisch: „Todesursache unbekannt“, aber hier ist etwas Besonderes, etwas nicht Greifbares, was den Naturwissenschaftler nicht ruhen lässt. Seine technischen Untersuchungsmöglichkeiten sind erschöpft, wie er auch.
Die unbekannte Frau hatte in den letzten Stunden ihres Lebens ein exquisites Menu, geringe Mengen Alkohol … und Sex.
„Was – zum Teufel – hat diese Frau getötet?“ 
Er setzt sich auf den Stuhl und betrachtet den Körper aus der Entfernung. Er muss sich eingestehen, dass er das erste Mal bei seiner Arbeit an einer Leiche das Gefühl hat, nicht den Tod zu begutachten. Die Frau hat eine Ausstrahlung, die ihn mehr als verunsichert.
Er hat überlegt, einen Kollegen zu Rate zu ziehen, aber er weiß nicht, was er sagen oder fragen soll. Ihm ist mehr als unwohl als er das Gefühl zulässt, dass dieser Mensch aussieht, als könnte er sich jeden Moment erheben und vor ihm stehen.
Zum neunten Mal liest er die dazugehörigen Unterlagen durch. Gibt es noch einen Anhaltspunkt, den er übersehen hat? Sein Wunsch wird nicht erfüllt. Stattdessen …
——————————————————————————————————
Es ist für mich absolut neu, meine privaten Texte öffentlich zu machen, aber ich wünsche mir Kritik und Anregungen und Austausch mit anderen Schreibenden.
Herzliche Grüße
Isa Ketelsen

„Können Sie damit was anfangen, Herr Lange?
Starten Gerald Benn und Isa Ketelsen auf diese Art ins ‚Paradiesundjenes‘?“


Ich und anfangen? Wie bloß? Mir blieb fast die Spucke weg – zumindest die, die ich nun Gerald Benn in den Mund legen konnte. Einzig auf Heikes Frage gelangen mir (Ant)Worte:

„Jaaaaaaaaaaaaaaah, guten Morgen liebe Frau Petersen,
ist ja der Hammer… und mit dem haben Sie, so wie’s aussieht, auch noch den Nagel mitten auf den Kopf getroffen.“


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Worte zwischen Himmel und Hölle

18. April 2013 um 15:03 von Bernd Lange

Isa Ketelsen legte also ihren fulminanten Aufschlag hin. Jetzt lag es an Gerald Benn, wie er den parieren kann. Schließlich mussten seine Worte ja auf ansprechende Weise sitzen:

– a/ Hatten wir vorgesehen, dass die beiden sich unbedingt kennenlernen.
– b/ Musste sich zeigen, dass sie über weitere 530 Seiten miteinander auskommen.
Ich als sein Ghostwriter hatte da so meine Bedenken, wie meine Reaktion auf Heikes Kapitelauftakt beweist:
„Ob ich natürlich dem hohen Anspruch an das Wort im Vergleich zu Ihren gerecht werden kann, muss sich jetzt zeigen“.
Hier das Ergebnis:

Re 1_ Forum „Worte zwischen Himmel und Hölle“
Geschätzte Isa Ketelsen,
warum Ihre Scheu, sich mit diesem fulminanten Text – ich bin geneigt zu schreiben, sich mit solcher ’Wortwucht’ – hier in dieses Forum einzubinden? Genial, mit einem Paukenschlag dieser Art eine Geschichte beginnen zu können. Da wartet man schon fiebrig-zitternd darauf, was sich in den drei Punkten hinter Ihrem Wort ’stattdessen’ verbirgt.
Mir obliegt es nun keinesfalls, Ihre ersten beiden spannungsgeladenen Sätze zu beantworten. Da könnte ich auch nur eine ziemlich unbefriedigende Antwort geben, die Ihren gewaltigen Worten in keinster Weise das Wasser reichen kann. Einzig die Anmerkung, da Sie ja Anregungen wünschen: Sie entschuldigen, wenn ich Ihnen jetzt kleinlich komme, ja, mich penibel für die Korrektheit der deutschen Sprache stark mache – hinter den zweiten Satz gehört ein Fragezeichen. Ich weiß, damit habe ich mir schon so manche Feinde in diesem Forum herangezüchtet. Wenn Sie hier weitermachen, werden Sie womöglich damit leben müssen – es sei denn, der Fehler, nein, das Fehlende war ein Unikat.
Die grundsätzliche Frage, die sich der Pathologe gestellt hat, werde ich Ihnen jedenfalls nicht beantworten können. Möglicherweise hätte ich Ihnen damit bereits die Auflösung Ihrer Geschichte vorweggenommen. Nein – so vermessen bin ich nicht, daran kann ich nur scheitern. Mir würde da lediglich der Film ’Das große Fressen’ einfallen – und dieses Finale wäre ja wirklich sehr einfallslos. Sie haben gewiss mehr auf der Pfanne, wenn ich das mal so salopp schreiben darf.
Da ich weder in der Lage bin, mich kritisch zu äußern, noch Ihnen Anregungen vorschreiben darf, gestatten Sie mir für heute ein abschließendes Wort eher in eigener Sache, bzw. eher im Interesses des Forums – frei nach dem Motto: mehr Leben nach dem Tod. In diesem Falle: mehr Leben durch den Tod. Pardon, ich bin für meine spitze Zunge, mit der ich immer wieder auch meine Tastatur bediene, in diesem Forum bekannt, fast schon berüchtigt. Nehmen Sie’s bitte nicht persönlich: Ihre Geschichte, die sich im unmittelbaren Sinne mit etwas Totem beschäftigt, tut dem Forum hoffentlich so gut, die Mitstreiter hier zu ermuntern, künftig wieder lebendiger zu werden.
Hoch motivierende Grüße, es wird wieder pulsierender, und Ihre ’Todesursache’ bleibt spannend,
Gerald Benn
NB.
Ich möchte Ihnen jetzt Ihre Begeisterung für dieses Forum nicht gleich wieder auslöschen. Bleiben Sie uns treu, Ihre Worte sind eine wahre Bereicherung.

Am Ende meiner E-Mail stand dann noch:

„Dann mal herzliche Grüße an Sie
ins archäologisch spannende Andalusien“.
Ich war gespannt, was Heike Petersen alias Isa Ketelsen nun ausbuddeln würde.

 


Da sind wir also am Roman-Anfang von Paradiesundjenes: Gerald Benn begrüßt Isa Ketelsen im Forum. Kokettiert er da mit seiner Art …? Na … das kann ja heiter werden …


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Kapitel 1 – Isa Ketelsen und der Umgang im Forum

25. April 2013 um 4:48 von Heike Petersen

Kurz nach dem offiziellen Einstieg in unsere Geschichte hatte sich in beiden Autorenlagern die ruhelose Schreiblust gepaart mit einer neugierigen Lesesucht.

Wir waren in gespannter Erwartung: Was kommt als nächstes?
Was mache ich daraus?

Da die Begegnung unserer beiden Romanfiguren in einem Literatur-Forum im Internet stattfand, mussten weitere Mitglieder erfunden werden:
– Moderator Gaston Haeberlin, der ’Höllenhund’ des Forums
– Marie-Louise Hirscheneck-Morgenthaler
– Katarina deFries
(alle von Bernd Lange ins ’Roman-Rennen’ geschickt)

– Mat, den ich mir ausgedacht hatte als die Person, die Isa Ketelsen ins Forum eingeladen hat und sie auch begrüßte.

Mat erfuhr eine interessante Entwicklung. Zunächst lief er Gefahr, von Bernd zu ’Mathilda’ gemacht zu werden. Das konnte ich abwenden. Allerdings wurde in den 6 Tagen, in denen wir das 1. Kapitel abschlossen, aus dem Mat, den ich vor mir sah (langhaariger Dauerstudent), durch Bernds Zutun der renommierte Brite ’Mathew McMaurice’. MMM begleitete uns – was zu dem Zeitpunkt nicht klar sein konnte – durch den gesamten Roman in einer interessanten Nebenrolle.

Auszüge aus Kapitel 1 – Forum ‚Worte zwischen Himmel und Hölle‘:

Gaston Haeberlin begrüßt Isa Ketelsen:
»Sie wünschen Kritik – ich bin in unseren Foren dafür berüchtigt. Andere werden vielleicht wohlwollendere Worte finden?! Jedenfalls bin ich gespannt, was Sie mit Ihrer ‚Unbekannten Todesursache‘ noch alles anrichten.«
Gerald Benn über den Moderator:
»Nehmen Sie, liebe Frau Ketelsen, seine Worte nicht zu ernst.«
Gerald Benn an Isa Ketelsen:
»Ein einigermaßen aufmerksamer Leser Ihrer Worte wird sich die Äußerung eines Anfangsverdachts nicht verkneifen können, dass Fehler zu Ihrer ’Spurensicherung’ gehören, um bewusst eine gewisse Lebendigkeit zu provozieren… Oder wie darf ich in der 13. Zeile Ihr 4. Wort deuten?
Doch fühlen Sie sie, äh pardon, Sie sich bitte nicht durchschaut.«
Mat:
»Moin Isa,
ich werd’ ’nen Teufel tun und mich zwischen die GB-GH-Fronten stellen und sage einfach: Welcome to Hell. Endlich fließt hier mal wieder frisches Blut ;-))))«
Gerald Benn an Gaston Haeberlin:
»Halte Dich doch ein wenig distinguierter gegenüber neuen Mitgliedern. Mich würd’s nicht wundern, wenn es durch Deine Worte gelungen ist, unsere ’todesmutige’ Dame gleich wieder vergrault zu haben.«
Antwort Gaston Haeberlin:
»Ich bin mir sicher, dass Frau Ketelsen meine Worte richtig einschätzen wird. Denn diese helfen ganz gewiss mehr weiter, die richtige Modulation ihrer Worte zu finden, als Dein Süßreden.«
Isa Ketelsen an die beiden Herren:
»Auf jeden Fall freue ich mich, das Tor zwischen Himmel und Hölle laut polternd aufgestoßen und dabei schlafende Hunde geweckt zu haben …
Dass ich darauf verzichte, die Schlacht, die hier offenbar schon länger geschlagen wird, zu kommentieren, wird man mir als Neuling zugestehen.«
Isa Ketelsen an Gerald Benn:
»Und abschließend muss ich gestehen, dass Sie sie … äh …sich … nein mich … tatsächlich durchschaut haben. Ich übermittle mit den von Ihnen entdeckten, aber eigentlich nicht für Sie bestimmten ‚Fehlern‘ geheime Botschaften … aber sagen Sie es bitte keinem weiter … Sie Dechiffrierungs-Experte …«
Isa an Mat:
»Es ist sehr unterhaltsam hier zwischen höllischen Aufpassern, himmlischen Rettern und irdischen Wortwächtern.«
Marie-Louise Hirscheneck-Morgenthaler an Isa Ketelsen:
»Meine Bewunderung, wie Sie hier kontern.«
»Und ich werde es sehr begrüßen, Sie bieten uns weitere Kostproben Ihres Könnens.
«
»Sollten Sie allerdings hier auf der Suche nach Verlegern, Verlagsrepräsentanten, Literaturagenturen u. ä. Mentoren oder Förderern sein, muss ich Sie enttäuschen. Eigenartigerweise strecken die in dieser virtuellen Plattform nicht ihre Fühler aus – bisher jedenfalls nicht.«
»Sind Sie immer so nachtaktiv?«
Isa Ketelsen an Gerald Benn:
»Bitte machen Sie mir die Freude, auch weiterhin meine Texte unter die Rechtschreiblupe zu nehmen. Vielleicht finden Sie in meiner nach Fehlern aussehenden Geheimsprache irgendwann eine ganz persönliche Botschaft …«
»Meine ’Kristallkugel’ gab diese Antwort nicht her, aber ich möchte wetten, dass es über den Weingenuss etwas von Ihnen ’verfasstes’ gibt … !? Einer Verköstigung sehe ich mit Freuden entgegen …«
Isa Ketelsen an Marie-Louise Hirscheneck-Morgenthaler:
»Es ist sehr beruhigend, von Ihnen zu erfahren, dass ich hier nicht Gefahr laufe, einem an meinen Texten interessierten Verleger in die Hände zu fallen. Das würde meinem ohnehin schon bewegtem Leben eine nicht zu überbietende, aufregende Komponente geben … und am Ende … wäre ich die grinsende Leiche auf dem Tisch des Pathologen …«
Gerald Benn an Isa Ketelsen:
»Mit einer Weinverkostung in eigenen Worten muss ich Sie enttäuschen. Über Wein schreibt man nicht, Wein lässt man philosophieren – und das Ergebnis ist nichts für’s Auge, höchstens für die Seele. Einzig ein letzter Absatz einer Kurzgeschichte aus meiner Feder – auch wenn’s heute die Tastatur ist – unter dem Titel ’Das Paradies hat auch im November offen’ lässt eine entfernte Verwandtschaft zum Wein erkennen.«
Abschließende Worte von Mat am Ende des 1. Kapitels:
»Und um Deine Frage zu beantworten, Marie-Lou: Ich kenne niemanden, der IK jemals hat schlafen sehen und ich war sieben Jahre, drei Monate, zwei Wochen, vier Tage und neun Stunden mit ihr verheiratet. LG McMau«

Im 2. Kapitel, das wir nächsten Donnerstag vorstellen, schreiben sich Isa Ketelsen und Gerald Benn dann private E-Mails. Wie sich zeigen wird, können die beiden dabei eines am besten: sich missverstehen.


Und zwischen all den Forumskommentierungen, die wir uns beide für den Roman zuschaufelten, gab es natürlich auch unsere eigenen E-Mail-Kommentierungen.

Doch diese Worte behalten wir für uns. Einige wenige Betreffzeilen lassen schon erahnen, wie es zwischen uns zugegangen ist:
„Oha, da kommt ja Bewegung ins Forum“
„Sorry, wenn ich Ihnen schon wieder auf die Pelle rücke“
„… puhhh …“
„Forumssucht :-)“
„So, jetzt aber …“
„Nicht 0815, sondern 015 und 016“
„Heute bei mir auf der nach unten offenen Richterskala: minus 2,8“
„Auffütterung des Forums“
„18 – 20 – 2 – …“
„18 – 20 – 2 – … zero“
„… 0 … (23)“
„… 24 … (reizend) :-)“


Fortsetzung folgt hier …
Sage und schreibe … uns was im Web-log.

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Kapitel 2 – Brief-Wechsel in die privaten E-Mail-Boxen

2. Mai 2013 um 13:17 von Bernd Lange

Isa Ketelsen, die Romanfigur von Heike Petersen, hatte ziemlich schnell die Nase voll von den recht willkürlichen verbalen Aktivitäten im Literaturforum.

Ganz im Gegensatz dazu Heike: Sie hatte den Kopf voll, wie ihre Isa nun meiner Romanfigur Gerald Benn auf die ‚Pelle rücken‘ wollte. Und so ergab sich ein schwungvoller Wortaustausch zwischen der südspanischen Atlantikküste und dem linken Neckarufer Stuttgarts – in privatpostalischer zeitgenössischer Kommunikationsform:

Mail to: gerald-benn@intermail.com
Mail from: ikarus1@mundo.es

vs.
Mail to: ikarus1@mundo.es
Mail from: gerald-benn@intermail.com

Isa Ketelsens erste ikarus1@mundo.es-Mail kam auch gleich ziemlich keck daher:

Hallo Herr Benn, …
… Für das bunte Treiben im Forum fehlt mir gerade die Zeit … Ich kann mit dem Forums-Ping-Pong nichts anfangen, bleibe aber auf der Suche nach Austausch mit Schreibenden. Bin ich unter dieser Adresse fündig geworden, lieber Herr Benn?

Mit einer Antwort konnte es sich der liebe Herr Benn dabei noch einfach machen – nur drei Sekunden später landete sie bei Frau Ketelsen in der Mailbox:

Mail in absence to: all
Liebe Besucher in meinem E-Mail-Briefkasten,
dies ist eine Botschaft aus einer anderen Welt, und sie ist auch noch automatisch generiert.
Freunde, Bekannte und Gutmenschen wissen, dass ich in der Woche vor Ostern nicht in dieser Welt lebe, also weder virtuell noch real ansprech- bzw. anschreibbar bin …

Doch irgendwann kam Gerald Benn wieder zurück in diese Welt, und in seiner mitgebrachten kontemplativen Leidenschaftslosigkeit antwortete er Isa Ketelsen. Am Ende seiner Mail ließ er sich zu diesen Worten hinreißen:

Liebe Frau Ketelsen,
wenn Sie damit leben können, und möglicherweise dann noch mit weiteren Worten hier in unserem evtl. neu konstituierten Tandenforum? … (vielleicht gibt’s Schlimmeres, wenn ich bspw. an meinen nächsten Zahnarzttermin denke?)
… dann sende ich Ihnen begrüßenswerte Grüße

Hatte Isa Ketelsen bereits im Forum aus ihrem Herzen keine Mördergrube gemacht (obwohl die Todesursache unbekannt geblieben ist), machte sie nun auch direkt Gerald Benn gegenüber davon Gebrauch:

Bitte entschuldigen Sie die Störung. Es wird nicht wieder vorkommen. Vielleicht hört man sich mal wieder zwischen Himmel und Hölle … ganz öffentlich … ganz unverbindlich … ganz neutral. Es wäre mir eine Freude.

Und so kam es, wie es kommen musste: Missverständnisse, Missklänge und Missgeschicke waren vorprogrammiert – durch unseren zunächst bewusst eingebauten „Fehlstart“, der erst am Ende des 2. Kapitels zu einem unmissverständlichen Schreibergebnis zwischen Isa K. und Gerald B. führte. Wobei wir an dem sich im weiteren Verlauf entwickelten E-Mail-Briefwechsel der beiden unsere helle Freude hatten.

Genau so verlief die dieses Kapitel begleitende E-Mail-Korrespondenz zwischen Heike und mir: making of = making good. Inzwischen war es Usus, dass unsere Mails nur noch mit Kürzeln endeten – mit Heike Petersens „hep“ und meinem „bla“, klar, für Bernd Lange.

Einige Wortsalven gefällig?

hep (nachdem ihre Mail kurz davor ganz ohne Worte blieb):

Ausrede: heute bin ich etwas verkatert 🙂

bla:

Kraulen Sie Ihren Kater gut von mir, wie war das mit der Zweit-Aspirin?

bla (nachdem auch bei ihm nicht alles glatt lief):

Vor lauter Rum und Num hab‘ ich doch glatt noch was vergessen.

hep:

Vorsichtig, da lauert doch schon wieder der bla-Kater in Ihren Worten… 🙂 Num kenne ich nicht. Wie viel % hat das?

bla:

Alkohol n.u.m. = ‚der reinste Weingeist“ (Studia Linguistica Germanica / Raja Tazi: Arabismen im Deutschen – S. 118 Weigand I, 38)

Natürlich haben wir uns auch Alkoholfreies kredenzt:

bla:

Ab Ostern geht’s dann in die Vollen – mit Krokantgefülltem.

hep:

Ich sterbe für Krokant ...
Ich gehe jetzt ins Café Luzifer zum Frühstücken. Da sehen Sie mal, wie intensiv ich einsteige 🙂

hep:

Es ist total süß, was Sie sich einfallen lassen.

bla:

Süß, dass Sie dies als süß bezeichnen, irgendwie krokantig, müsste eigentlich krorund heißen.

Usw., usw., usw.
Dass dann die Missverständnisse zwischen Isa K. und Gerald B. auch auf unsere Korrespondenz abfärbten… Schwamm drüber.
Wie sagte schon George Bernard Shaw vor rund 80 Jahren:
„Wer in dieser Welt etwas nicht auf eine irritierende Art sagt, kann es ebenso gut ungesagt lassen.“

Der Fortführung unseres Romans tat’s keinen Abbruch.


Am Beginn des 2. Kapitels kam es zu einer interessanten Vermengung der Realität und unseren Erfindungen und Empfindungen.

Was ich Isa Ketelsen mit auf den ‚Roman‘-Weg gegeben hatte in ihrer Mail an Gerald Benn (eine etwas gekränkte Reaktion auf seine Worte), bekam Bernd Lange in seinen ganz persönlichen Hals. Wie er mir danach gestand, war er kurz davor, alles hinzuwerfen.
Ich bin froh, dass wir die Kurve gekriegt haben … zu weiteren 22 Kapiteln …


Fortsetzung folgt hier …
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Ohne Worte

9. Mai 2013 um 17:13 von Bernd Lange

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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Kapitel 3 – Stolpersteine

16. Mai 2013 um 10:00 von Heike Petersen

Die Arbeit an dem Roman war wie eine Reise mit unbekanntem Ziel. Jede Etappe war interessant und jeder vom Co-Autor übermittelte Beitrag bot überraschende Neuerungen … oder manchmal …  Stolpersteine …

Zu Beginn des 3. Kapitels hatte Bernd sich eine Variation ausgedacht, die mir im Ansatz gut gefiel: In einem Prosa-Text stellte er einen Morgen in Gerald Benns Büro vor, mit der Besonderheit, dass sich an diesem Tag in der Post ein kleines Päckchen von Isa Ketelsen befand – ein Buch. In dieser Szene wurde auch Gerald Benns Assistentin Agnes erstmals in die Geschichte eingebunden.

Ich stolperte allerdings darüber, dass in dem durchaus ansprechenden Text zu oft das Wort Minute enthalten war. Für mein Empfingen war Gerald Benn durch diese Darstellung zu einem kleinkarierten, engstirnigen Pedanten mutiert. Mein Gerald Benn, der lässige und souveräne Mann von Welt, den ich mir ausgemalt hatte … was war aus ihm geworden???

Krisenstimmung auf meiner Seite des Paradieses.

hep – Sorry, lieber Herr Lange, ich werde noch brauchen, bis ich alles verdaut habe. An einigen Brocken, den Charakter des Herrn Benn betreffend, habe ich noch länger zu kauen, und ich werde lernen, mit einem Zweier-Team-Projekt klarzukommen, bei dem ich im Idealfall 50 % beisteuern kann … nicht mehr und nicht weniger.

bla – Ein ausgewogenes Panta Rhei möchte ich mir für uns wünschen.
Auf einige Minuten könnte ich übrigens verzichten, da lasse ich gerne mit mir reden. Doch auf die Stunden im Paradiesundjenes möchte ich nicht entsagen wollen.

hep – Ich krieg mich schon wieder ein. So ist es halt im Paradies … und dafür braucht’s noch nicht mal ’ne Schlange 😉
Alles ist gut … und kommt auch wieder in Fluss …

Und so war es!

Die Stolpersteine wurden beseitigt, und das November-Paradies’, eine sehr bildhafte Geschichte von Bernd Lange, fand endlich seinen Platz in unserem Roman.
Ich hatte meine Worte wieder gefunden und Isa Ketelsen konnte sich melden:

13.05.2011, 02:22:19
Mail to: gerald-benn@intermail.com
Mail from: ikarus1@mundo.es
Subject: Unfug …
Lieber Herr Benn,
Prentice Mulford hat es also geschafft, in die geheime Zentrale der Bennschen Unternehmungen vorzudringen.
Wie schön, dass meine Tat dazu geführt hat, dass ich in den Genuss des farbenfrohen ’November-Paradieses’ gekommen bin. Es war eine Freude, an diesem zaubervollen Herbsttag auf den Steinstufen zu sitzen und die Natur nicht nur zu betrachten, sondern mit ihr und ihrem reichen Angebot zu verschmelzen. Nach dem letzten Wort habe ich mir einige Tropfen einer spanischen Traube in mein Glas gefüllt und während ich den gekelterten Sonnengeschmack auf der Zunge spürte, bin ich nochmals in das Paradies der Worte und Bilder geschlendert.
Sie beschreiben sehr sinnlich. Ich spüre die Wärme auf der Haut, ich blicke die Steintreppe hinauf, die offenbar in den Himmel führt und möchte über das Tor klettern, um die Stufen zu erklimmen, die im Blau enden. Ich schmecke den Wein, der diesen Hang bewohnt hat und ich tauche ein in die Farbenpracht des Augenblicks … oder der Ewigkeit.
Die tierischen Besucher der Szene – unwissend, dass sie bei ihrem Tun beobachtet werden – sind ein bewegter und bewegender Teil dieses wohligen Bildes, das in mir entsteht.
Auch ich habe mich beim Lesen wie ein guter Wein gefühlt … Danke, lieber Herr Benn!
Mit dem fragenden Wunsch:
„Wissen wir, was uns erwartet, wenn uns die Sonne auf unserem irdischen Weg kein Licht mehr spendet? Der Wunsch, wie eine Weintraube weiterzuleben, drängt sich mir auf.“
haben Sie mir beim Verfassen Ihres Textes eine Überleitung zu ’Unfug des Lebens und des Sterbens’ gebaut.
Lieber Herr Benn, ich erwarte nicht, dass wir uns in einen Austausch über die Weis- und Wahrheiten von Prentice Mulford begeben. Wie ich nicht erwarte, dass Sie meine Lieblingsgeschichte ’Geplänkel mit einem Baum’ lieben.
Ich habe Ihnen das Buch lediglich übermittelt, weil ’die stolze Eiche’ wiederkehrendes Thema zwischen uns war und weil ich das Buch leidenschaftlich gern verschenke.
Wie ich an Ihre Adresse gekommen bin, wird ein Geheimnis bleiben, das ich mit ins Grab nehmen werde. Da wir beide, lieber Herr Benn, aber mittlerweile bei einer geschätzten Kommunikationsdauer von 460 Jahren angekommen sind, mag sich das eine oder andere Jahrzehnt dazwischen befinden, in dem ich weich werde und mich Ihnen anvertraue … oder eine Sekunde … in der ich mich verplappere 😉
Vielleicht wird unsere Kommunikation sogar unendlich dauern (sofern wir nicht den Spaß daran verlieren), weil wir niemals sterben … wie im Vorwort des ’Unfug-Buches’ erwähnt: „Sterben ist eine mindere Gewohnheit – freudlos und zeitraubend!“
Ich habe jetzt jedenfalls das ersehnte ’November-Paradies’, was ja der Grund für meine Kontaktaufnahme war … oder hatte ich das etwa nur vorgeschoben??? 😉

Das Gerangel um Kapitel 3 (hier sind nur einige Auszüge zu lesen), hatte zur Folge, dass ich bis zum Äußersten gegangen wäre. Daher eines Tages meine Frage an Bernd Lange:

hep – Hätte ich Sie sehr erschreckt, wenn ich Sie heute nachmittag angerufen hätte, um über das ‚Paradies‘ zu reden? :-))))

bla – So wie ich mich kenne, hätte es mich sogar gefreut :-))))).

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir immer noch kein Wort miteinander gesprochen … und es vergingen noch einige Tage … schriftlich … bis zu unserem 1. Telefonat.


Schreiben … für sich allein ein einsames Geschäft. Und zu Zweit? Nicht immer ein einfaches Geschäft. Damit’s nicht zu einem einseitigen Geschäft wurde, hatte ich jemanden, dem wir die Krisenstimmung in die Schuhe schieben konnten:

bla – Oder liegt’s womöglich am heutigen Vollmond, der mit seiner prallen Evidenz die Nervenstränge falsch zusammengestöpselt hat?

Und als ich dann mal für 24 Stunden Ruhe bewahrte, kam auch schon gleich die Frage:

hep – Lieber Herr Lange, geht es Ihnen gut? Ich habe EINEN GANZEN TAG nichts von Ihnen gehört. Da darf man sich doch mal Sorgen machen … ;-).

Soweit zum Thema „Stolpersteine“.


Fortsetzung folgt hier …
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Kapitel 4 – patt, doch nicht matt

23. Mai 2013 um 10:23 von Bernd Lange

Parallel zu den Kapiteln 4 und 5 entwickelte sich unsere korrespondierende ’Begleitmusik’ wieder zu einer harmonischeren Episode – vorübergehend.

In Kap. 4 meldete sich Isa Ketelsen im Literaturforum zurück, wobei sie ihre vorgestellte ’Todesursache unbekannt’ wieder bzw. weiter beleben wollte; doch auch – wie sich dann im Kap. 5 herauskristallisieren wird – ganz schön durcheinander mischte. Unsere Intentionen dabei:

bla – Nachdem IK allen ’den Marsch gepfiffen hat’, kann ich mir vorstellen, dass das Ganze richtig schön witzig fetzt.’

hep – Y e a h h h :-))))

Da blieb also gar keine Zeit und Gelegenheit, um sich mit irgendwelchen Befindlichkeiten unsererseits bzw. seitens unserer beiden Hauptfiguren auseinanderzusetzen. Und außerdem erlaubte ich mir ein paar Urlaubstage:

bla – Und machen Sie sich das Leben nicht unnütz schwer – fast ’ne Woche ohne bla’s, wird schon klappen :————->))))))))

hep – Ich schaff’ das!  !!! Tschakka !!!

So konnte sich Heike zusammen mit Isa Ketelsen unbeschwert ’austoben’: Im Forum an die literaturaffinen Mitglieder. Und hinsichtlich meiner Abwesenheit vollkommen reaktionsfrei.
Ich nahm mir derweil nochmals in Ruhe das Kap. 3 vor – im Sinne von Feinschliff, um unsere Stolpersteine zu glätten – mit dem Hintergedanken:

Und dabei gelingt es Ihnen jetzt nicht mehr, mir zu widersprechen, weil: Ich werde nun bis Samstag vom Netz gehen :-)))

Das Ende vom Lied: Die jeweiligen Aktionen des Aufräumens im Paradiesundjenes dienten nicht wirklich dem Ausräumen unserer unterschiedlichen Auffassungen:

hep – Worauf wollen Sie hinaus? Ich verstehe Sie nicht?
Ich bin gespannt, wann wir uns tatsächlich mal telefonisch über das Paradies austauschen / werden / müssen / sollten … ? :-)))

bla – Also gut, was ich jetzt aus Ihren Worten herauslese, muss ich sehr ernst nehmen. Nun denn, wenn Sie auf Ihr Entweder bzw. auf Ihr Oder bestehen, wird daraus kein Sowohl und keine Als-auch … Damit haben wir derzeit eine ’Hängepartie’.

Diese letzten Wortmeldungen via E-Mail zwischen uns geschahen am 30. Mai 2011…


… und am 31. Mai 2011 sprachen wir das erste Mal miteinander. In dem dreistündigen Telefonat haben wir Gott und die Welt abgegrast … und am Rande Unstimmigkeiten im Paradiesundjenes abgehandelt.

Nun gab es eine Stimme zu den geschriebenen ‚blas‘, wenn auch kein bewegtes Bild vía Internet-Telefonie. Das kam viel später … und auch das ‚Du‘ …


Fortsetzung folgt hier …
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Kapitel 5 – ausgesprochen stimmig

29. Mai 2013 um 9:00 von Bernd Lange

“bla und hep mit Stimme“
Mit dieser Uraufführung begann nicht nur im Roman, sondern auch zwischen uns ein neues Kapitel.

Neben dem bereits bewährten Schriftverkehr in unseren Mailboxen fanden auch mehr und mehr geskypte Korrespondenzen statt. Und damit konnten auch keine Unstimmigkeiten mehr im virtuellen Raum stehen bleiben:

hep – Lieber Herr Lange, sehr angenehm … Sie heute stimmlich kennen gelernt zu haben 🙂 und wir konnten ja in unserem ’kurzen und knappen Telefonat’ alle Unklarheiten beseitigen ;-)))))

bla – Ich bin dankbar, unser Gespräch wie gestern mit Ihnen erlebt zu dürfen gehabt zu haben.

Geschriebenes blieb noch weiterhin verwirrend:

hep – Ihnen scheint es die (korrekte) Sprache verschlagen zu haben 😉 Ich habe ja keine Ahnung … aber da scheint etwas durcheinandergeratenzuseinworden 😉

Doch auch das klärte sich auf:

bla – Übrigens: Durcheinandergeratenzuseinworden ist mir eigentlich nix: ’erlebt zu dürfen gehabt zu haben’ ist nach der deutschen Grammatik die plusquamperfekte Präsens in Futur II, die auf dem Präteritum aufbaut. Ich hoffe, ich konnte mich verständlich ausdrücken :-)))

Alles klar? Alles klar!

Ganz im Gegenteil dazu ging es im Literaturforum resp. dem Kapitel 5 im ’Paradiesundjenes’ sehr viel chaotischer zu. Nachdem Isa Ketelsen die Foristi zu neuen literarischen Reaktionen zur ’Todesursache unbekannt’ animierte, kamen fast schon grausame Ergebnisse zustande. Es endete letztlich im panischen Hilferuf:

Am 14.05.2011 um 10:15:56 schrieb Hanspeter Thomsen
Re 43_Forum „Worte zwischen Himmel und Hölle“
A  u  f  h  ö  r  e  n   !!!

Dieser Aufforderung sind wir gefolgt: Im Roman hat sich Isa Ketelsen aus dem Forum verabschiedet:

Am 16.05.2011 um 01:07:54 schrieb Isa Ketelsen
Re 46_Forum „Worte zwischen Himmel und Hölle“
Was habe ich nur angerichtet …?
Sorry!
Daher werde ich nachts nicht mehr durch die Gänge geistern und Mitglieder oder Moderatoren aufschrecken mit unqualifizierten Ideen für ein gemeinsames Text-Experiment.

Die schriftlichen Abstimmungen unserer Arbeit hatten sich somit ab Mai 2011 zum größten Teil in die stimmliche Fernmündlichkeit verlagert.

Wir hatten uns auch außerhalb vom ‚Paradiesundjenes‘ viel zu erzählen … wie sich herausgestellt hatte. Bis wir uns allerdings das erste Mal live gegenüber standen (am Hamburger Flughafen), vergingen noch einige Monate der Arbeit und des Austausches in räumlicher Distanz.


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Köstliches à la carte, No 1

27. August 2013 um 15:52 von Bernd Lange

 

Der Kurze:

Sehr geehrte Frau Petersen, sehr geehrter Herr Lange.
Vielen Dank für die Zusendung des Romanexposé mit Leseprobe von “Paradiesundjenes“. Der Text kommt für eine Veröffentlichung in unserem Verlag nicht in Frage.
Mit freundlichen Grüßen
(Unterschrift)


Fortsetzung folgt hier …

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Köstliches à la carte, No 2

28. August 2013 um 15:43 von Bernd Lange

 

Der Cocktail:

Sehr geehrte Frau Petersen, sehr geehrter Herr Lange, 
vielen Dank für Ihr Manuskriptangebot “Paradiesundjenes“.
Leider können wir für unseren Verlag kein Interesse anmelden. Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass wir wegen der hohen Anzahl täglicher Einsendungen nicht näher auf Ihren Vorschlag eingehen und Ihnen nur mit diesem Formschreiben antworten können.
Wir wünschen Ihnen alles Gute für Ihre Arbeit.
Mit freundlichen Grüßen
(Unterschrift)


Fortsetzung folgt hier …

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Köstliches à la carte, No 3

29. August 2013 um 14:46 von Bernd Lange

Der Longdrink:

 

Sehr geehrte Frau Petersen, sehr geehrter Herr Lange,
herzlichsten Dank für die Einsendung Ihres Briefes, mit dem Sie uns Ihr Manuskript “Paradiesundjenes“ zur Veröffentlichung anbieten.
Die Prüfung durch das Lektorat hat leider ergeben, dass es nicht zur Publikation in unserem Programm geeignet ist.
Bitte sehen Sie uns nach, dass wir keine weitere Begründung abgeben. Aber die Vielzahl der eingehenden Manuskripte und Angebote, die neben der Arbeit an den laufenden Projekten gelesen und beurteilt werden müssen, erlaubt leider keine raschere und detaillierte Begründung.
Wir bedauern, Ihnen keinen günstigeren Bescheid geben zu können und wünschen Ihnen an anderer Stelle viel Erfolg.
Mit freundlichen Grüßen
(Unterschrift)


Fortsetzung folgt hier …

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Vom Weiterdrehen der Welt

13. September 2013 um 14:36 von Bernd Lange

 

Eine klare An-Sage:

 

 

 

 

 

 

 

 

(Übrigens:
Das hatte sich ja auch schon im facebook-Paradiesundjenes
angekündigt.)

 

Genau so eine eindeutige Ab-Sage:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Und dann doch so ‚was wie eine vage Zu-Sage:

 

 

 

 

 

 

 

 

__________________________________________________

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie im richtigen Leben …
räumen Isa Ketelsen und Gerald Benn nebulös ein.


Vielleicht mag da ja mal jemand eine aufklärende Aus-Sage machen?


Fortsetzung folgt hier …

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Kapitel 6 bis 24 – Ein vollendetes Manuskript

12. Februar 2014 um 10:33 von Heike Petersen

Das ‚Making-of‘ Paradiesundjenes kommt zum Ende.
Im Showdown lassen wir unsere gewählten Worte auszugsweise selbst sprechen.

Isa Ketelsen und Gerald Benn kamen sich Wort für Wort näher, aber räumlich blieb es distanziert. Während er von einer spontanen Reise aus Burkina Faso zurückkehrte, packte sie die Koffer für die Azoren.
In seiner Abwesenheit hatte sich ein belebter Austausch zwischen Benns ‚rechter Hand‘ Agnes Buchholz und Isa Ketelsen ergeben.

Und dann …

Schock in der Agentur eventualis bei dieser Online-Nachricht:

Bei einem Erdrutsch auf der Azoren-Insel Pico wurden fünf Mitglieder eines Teams von Wissenschaftlern teilweise schwer verletzt. Zwei Unglücksopfer mussten zur Behandlung nach Lissabon geflogen werden; drei Leichtverletzte werden in der Hauptstadt Ponta Delgada auf der Insel Sao Miguel behandelt. Die Mehrheit der Gruppe von Forschern blieb unverletzt und wird ihre Arbeit unter angemessenen Sicherheitsvorkehrungen fortsetzen.

Gerald Benn und seine Assistentin können nicht in Erfahrung bringen, wer die Opfer sind. Ist Isa Ketelsen verunglückt?

Für den Rest des Tages will den beiden die Arbeit nicht so recht von der Hand gehen. Die Gedanken kreisen immer wieder um einen Menschen, den sie bis jetzt zwar nie persönlich kennen gelernt haben, und der ihnen dennoch vertraut geworden ist. Der Blick wandert ständig auf den Bildschirm, auf die eingehenden E-Mails, ob nicht endlich irgendwas…

 Die Erlösung kommt von Mat, dem Ex-Mann von Isa:

Hallo Gerald – hier MacMau,
für den Fall, dass Du die Nachricht vom Unglück auf den Azoren gelesen hast – wovon ich ausgehe – hier für Dich die Info: Isa ist verletzt, aber ok!!!!!
Was auch immer Euch beide verbindet geht mich nichts an, aber ich gestehe, dass ich ein wenig eifersüchtig bin.
Du bist auch gerade von einem abenteuerlichen Notfall-Besuch bei Deiner Ex-Frau zurück, wie Isa erzählt hat. Uns beide, Gerald, verbindet offenbar einiges mehr als das “auftragsgemäße um die Welt reisen“.

GB dankt Mat erleichtert … und stellt klare Verhältnisse her: 

Einen wie auch immer gearteten Grund zur Eifersucht gibt’s absolut nicht. Deine Ex und ich pflegen einen sprachhygienischen Wortaustausch. Nicht mehr und nicht weniger. Also: Platon lässt grüßen – wir schätzen den Umgang mit der Sprache; und wenn’s dabei auch manchmal in die Tiefe geht, als ein Unter-die-Haut-
Gehen möchte ich es nicht charakterisieren.

Verletzt und traumatisiert schreibt Isa an Gerald Benn:

Ich lebe! Im Gegensatz zu Steve, der eine Armlänge von mir entfernt stand. Er hat eine zweijährige Tochter, oder muss man sagen “er hatte“ … dieses süße Mädchen gibt es ja noch, aber keinen Vater mehr, der es in den Arm nehmen und trösten wird, wenn es von der Schaukel fällt.
Wenn Sie diese Zeilen in Briefform vor sich hätten, Herr Benn, könnten Sie in der verwischten Tinte lesen, wie es mir gerade geht.
Sorry. Ich melde mich. Danke.

Eine geglückte Überraschung – der Blumenstrauß von eventualis:

Grußtext:
Liebe heimgesuchte und wieder heimgekehrte Isa Ketelsen, ein gesunder Mensch
hat viele Wünsche, ein kranker nur einen. Wir beide wünschen Ihnen, dass Sie schnellstmöglich wieder aufrecht durchs Leben gehen – sich aufblühend der Sonne entgegenstrecken. Wenn dies auch Ihr Wunsch ist, möge er sich schnell erfüllen.
Herzliche
Genesungs-Grüße von Agnes Buchholz und Gerald Benn

Isa ist so sprachlos, dass ihr das gewohnte ‚Sie‘ abhanden kommt:

Ich danke Euch von Herzen!
Weißt Du, dass dieser wunderschöne Blumenstrauß nicht nur diesen Tag verwandelt und erhellt hat, sondern mich – tief drinnen.

Bei eventualis meldet sich lediglich die Telefon-Mailbox, als Isa sich bedanken möchte. Also wird wieder geschrieben. 

Wissen Sie, worüber ich mich sehr gefreut habe? Dass Sie Interesse haben, mit mir zu telefonieren – und sogar sagen, dass Sie unglücklich waren, dass ich Sie nicht erreicht habe. Da Sie so beschäftigt sind und ich im Moment alle Zeit der Welt habe, rufen Sie mich doch an, egal wann, ich bin eigentlich immer wach.
Nein, Herr Benn, rufen Sie mich lieber nicht an. Ich bin im Moment kein guter Gesprächspartner. Ich bin unausgeruht, unkonzentriert und ständig den Tränen nahe. Wir schreiben einfach weiter und warten mit einem Telefonat noch ein paar Jahre, bis sich mein Leben wieder eingerenkt hat.

Gerald Benn – Amsterdam – eventualis-Auftrag Tan Dun:

Gerald Benn lässt seinen Gedanken freien Lauf. Wieso kam ihm an diesem Abend Isa Ketelsen immer wieder in den Sinn? Es hatte wohl doch mit dem Konzert von Tan Dun, oder mehr noch, mit dem Film über ihn zu tun?! Besser: Es hatte mit Liesa zu tun, seine eigentlich vergessene Vergangenheit mit Liesa Clauss. Und nun eine im Grunde genommen undefinierbare Zukunft durch Isa Ketelsen? Liesa Clauss… Isa Ketelsen… warum führen diese beiden Namen jetzt zu einer gedanklichen Verbindung? Liegt es wirklich an ’The Tears of Nature’, an den Tränen der Natur?

Nachts im Hotelzimmer schreibt er:

Ich versuche, Sie anzurufen. Nicht erst in ein paar Jahren. Doch ein paar Tage möchte ich uns Zeit geben. Ihnen, um wieder im Einklang zwischen Körper und Seele zu schwingen. Mir, um mich nach den Turbulenzen in dieser Woche wieder zu sortieren.

Isa Ketelsen erholt sich langsam …

Ich kann meine Gedanken auch schon wieder in andere Richtungen lenken, zum Beispiel auf die Frage: Was haben Sie und Mat eigentlich ausgetauscht? Natürlich geht mich das nichts an, ich weiß. Wie gut kennt Ihr Euch eigentlich? Nein, auch das geht mich nichts an. Aber ich bin sicher, dass Ihr über Ex-Frauen gesprochen habt … Stimmt’s? 😉 – Mat war sehr interessiert, “was zwischen uns läuft“, lieber Herr Benn. Genau genommen, weiß ich das nicht. Aber das, was zwischen uns passiert, das macht was mit mir. Bei dem Satz: “Doch ein paar Tage möchte ich uns Zeit geben“, wurde mir ganz seltsam im Bauch, weil das so vertraut klingt.

… und ist aufgeregt:

Als nächstes werden wir also telefonieren. Aber bitte nehmen Sie sich so viel Zeit wie nötig, damit Sie sich zunächst etwas ausruhen können, wenn Sie wieder nach Hause kommen. Was den Mut betrifft … da kann ich nichts zu sagen. Aber Sie sind doch ein weltgewandter, abgeklärter Mann, der allzeit Herr der Lage ist … oder etwa nicht, lieber Herr Benn …? Ich weiß, dass ich am Sonntag Nachmittag aufgeregt sein werde … und zwar ziemlich.

Das Telefonat beginnt mit technischen Pannen und entwickelt sich zu einem langen Gespräch über Rückzugsorte, die Hunde Einstein und Vinc, Benns Hut-Auftrag in Paris … und … und …
Der leere Akku des Mobiltelefons von Isa beendet die … 

Gerald Benns denkt im Anschluss:

Schade eigentlich. Bestimmt ein interessanter Mensch, diese Isa Ketelsen, die bestimmt auch viel Interessantes zu erzählen weiß, mit der man sich bestimmt auch sehr sympathisch kurzweilig über Stunden hinweg unterhalten kann – unter normaleren Umständen.

Was soll diese karrierebetonte Frau am Ende der Welt, na ja, Europas, von einem Mann, der
im Prinzip nur in der Weltgeschichte, und zwar in einer Geschichte der Jetztzeit, herumkutschiert, schon wollen? – Na also, gar nix!!! Und so war’s ja auch am Telefon: gar nix, was in die Richtung gehen könnte.

Isa Ketelsens Tagebuch erfährt im Anschluss:

Ich war ganz schön aufgeregt. Ob es ihm auch so ging, weiß ich nicht. Er klang ziemlich lässig. Schauen wir der Realität ins Gesicht: Gerald Benn – ein gestandener Geschäftsmann, der um den Globus reist, ständig neue Herausforderungen annimmt und den Reichen der Welt spektakuläre Feste organisiert. Gerald Benn – ein kritischer, nachdenklicher, zurückhaltender und besonnener Mensch. Ein Mann, den nichts erschüttern kann – weltgewandt, souverän, diskret, gebildet, … und Isa Ketelsen, die naiv durch ihre diffuse Gefühlswelt stolpert … pubertär … im Alter von 50 Jahren – auf den Tag genau. Mal ehrlich: Er bewegt sich in Designer-Schuhen durch 5-Sterne-Hotels und plaudert bei Champagner mit der internationalen High Society, und ich sitze barfuß unter dem Sternenhimmel und trinke Wasser aus der Felsquelle. Für den bin ich doch eine durchgeknallte Witzfigur.
Ich werde mich nicht bei ihm melden. Ich wüsste gar nicht, wie ich anfangen sollte. Ich werde einfach abwarten. Er hat gesagt, dass er mir die Geschichte von Vinc schicken wird und eine Broschüre über eventualis.

Gerald Benn greift auf die bewährte Korrespondenz zurück:

Recht ungewöhnlich haben Sie das Ende eingeläutet, sehr abrupt.

Isa erklärt ihre ungewohnte Sprachlosigkeit:

Ich hatte nach dem abrupten Ende unseres schönen Gespräches zunächst mein Telefon verflucht und dann beschlossen, dass ich Sie zunächst mit meiner virtuellen Anwesenheit verschone, da Sie sehr beschäftigt sind.

Gerald Benn hat neben der vielen Arbeit in Paris auch private Ambitionen, in die er Mat einbinden möchte:

Hi, Mat, ich wieder,
Gaston und ich philosophierten in Paris übers Forum.  Am Ende entstand die Idee, wir rufen ein neues Forum ins Leben – auf einer neuen Plattform, mit neuem Konzept: einer Mischung aus Forum und Blog. Für Literatur- und Sprachbegeisterte, die sich mit einer gewissen Ernsthaftigkeit dem Thema widmen und dabei selbst einen hohen Anspruch stellen. Machst Du mit?

Doch Mat ist mehr als erschöpft:

Wo ich gerade bin, Gerald? Ich bin am Ende! Aktuell in Berlin in Sachen Terrorwarnung. Ich sitze nachts manchmal senkrecht im Bett – hochgerissen aus einem schlechten Traum, den ich nicht erinnere, aber hasse. Ein Blick aus dem Hotelzimmer in die Dunkelheit der Welt liefert keine Antwort. Vor ein paar Tagen habe ich mitten in der Nacht die Rezeption angerufen, um zu fragen, wo ich bin. Und jetzt weiß ich nicht mehr, wo das war.
Dass Du und Gaston mich an Bord haben wollt bei der Gründung Eures neuen Forums, ehrt mich, und ich danke Dir für den Vorschlag. Ich muss absagen. Ich bin leer und Lichtjahre entfernt vom sensiblen anspruchsvollen Umgang mit der Sprache. Ich kann nur noch schlecht schmeckende Halbsätze ausspucken. Sie liegen hingekotzt vor mir, und ich ekel mich vor ihnen. Nein Gerald. Sorry.
Macht das mit Isa. Offenbar hat sie durch Dich ein Selbstverständnis für ihre Texte bekommen und ein Selbstvertrauen zu ihrer Sprache und ihrem schriftlichen Ausdruck. Ich habe das nicht geschafft. Ich habe versucht, sie zu zwingen – und am Ende verraten. An dem Tag, als ich heimlich eines ihrer Manuskripte an einen Verleger geschickt habe, ist sie ausgezogen.
Ich bin ein Arschloch!

eventualis ist voll mit der Planung der Jubiläumsveranstaltung für Hutmanufaktur in Paris beschäftigt, aber die versprochene Geschichte, wie Gerald Benn auf den Hund gekommen ist, wird abgeschickt: 

Danke für die Vinc-Geschichten. Die werde ich ausdrucken und meine Nichte damit erpressen. Luise ist absoluter Hundenarr und heute angekommen. Seitdem tobt sie mit Einstein rum. Die beiden lieben sich. Wir scheinen Lichtjahre von der Möglichkeit entfernt, dass Luise ins Bett geht. 

In einem handschriftlichen Brief von Gerald Benn wird Isa Ketelsen mit interessanten Möglichkeiten überrascht, wo man sich treffen könnte, um eine Begegnung im richtigen Leben zu realisieren: Auf ‚ihrem Berg‘? In ’seinem Kloster‘? Auf halber Strecke in den Pyrenäen? In Stuttgart? Im ‚El Bulli‘ von Ferran Adrià an der Costa Brava … oder …

So blieb mir noch eine letzte Vorstellung: Ein befreundeter Fotograf, Volker Vandenberg, und ich kamen im Rahmen des Pariser-Hut-Events auf die Idee, eine eigene Geschichte zu machen. Ein Kalender mit dem Thema “Hüte in Paris“ – alles in Schwarz/Weiß, dazu so Worte wie beispielsweise:
Hut, die Erste: Er begegnete mir in den Jardins des Tuileries. Für Liebe auf den ersten Blick waren seine Augen eine Spur zu herausfordernd. Es blieb die Erinnerung an jenen Mittwoch, an dem mein Hut von Dior im Teich mit den Seerosen langsam versank.

Dabei ergäbe sich ja durchaus die Möglichkeit, dass wir uns dann dort treffen könnten. Und wer weiß, vielleicht entdecken wir, Volker und ich, Sie ja auf dem Weg in eine steile Fotomodell-Karriere. Ich stelle Sie mir gerade minimalistisch unter einem Hut von Dior vor.

Isa sieht schon lange einem Treffen entgegen, aber …

Ja, lieber Herr Benn, ich sehe mich mit Ihnen in Paris. Ich sehe mich allerdings nicht auf einem Kalenderblatt. Dennoch vielen Dank.
Dann legt GB noch eine Idee nach – ganz spontan:
Können Sie sich vorstellen, dass wir uns am nächsten Wochenende, also um den 30./31. Juli, auf 36°0’4’’ nördliche Breite und 5°36’20’’ westliche Länge begegnen? Mir ist danach, obwohl es vor uns liegt.

Die Antwort darauf fällt anders aus als erwartet:

Automatische Abwesenheitsnotiz
Muss nach Oslo – off to Oslo – Tengo que ir a Oslo.
Keine Ahnung, wann ich Mails beantworten kann – Don’t know when I can answer my mails – Ni idea cuando puedo contestar mis correos.

Oslo ist im Ausnahmezustand und GB in Sorge.
Er schreibt eine SMS:

Lb. Frau Ketelsen, Ihre letzte Mail liest sich alles andere beruhigend. Sie in Oslo, so spontan? Das alles da ist schon schlimm genug! Mögen es bitte andere Gründe bei Ihnen sein. Beste Wünsche und Grüße, GB

SMS-Antwort von Isa:

Wie entsetzlich was fr ein Grauen. Mir fehlen die Worte.Mat ist nach dem Bombenanschlag und dem Massaker auf der Insel zusammengeklappt der Anschlussflug wird aufgerufen. Melde mich

Mat ist bei seiner Arbeit zusammen gebrochen.

Ich weiß nicht, wann Sie zuletzt Kontakt mit Mathew hatten. Es ging ihm schon lange nicht gut. Aber er konnte nicht hinhören und er konnte nicht aufhören. Jetzt hat sein Inneres die Notbremse gezogen. Er lebt! Das wollte ich Ihnen gern mitteilen. Ich denke, es ist ausgeschlossen, dass er so weitermachen kann, wie bisher.

Isa muss das vorgeschlagenen Treffen mit Gerald Benn absagen:

Es tut mir sehr leid, dass ich Ihnen eine ernst gemeinte Absage schicken muss, statt einer fröhlich gelaunten Zusage. Ich bleibe auf unbestimmte Zeit bei Mat … bis wir wissen, wie es weitergeht. Ich schreibe ausführlicher, wenn die Situation klarer ist.
Sorry! Das ist soooo schade!

GB ist verwirrt und schläft schlecht:

Dass mir das noch passieren muss, dass mich eine Frau so aus dem Ruder werfen kann, zumal ich sie ja noch nicht einmal kenne – also so richtig kenne, eine fast wildfremde Frau.
Könnte ich doch diese durch inzwischen so viele ausgetauschten Worte entstandene virtuelle Vertrautheit, Verbundenheit, Verflochtenheit wieder abschalten und weiter in einem realem Raum ohne Komplikationen leben.

Isa versucht, Ihrem Ex-Mann wieder auf die Beine zu helfen. 

Ich habe oft an Sie gedacht, Herr Benn, und ich habe viel von Ihnen gesprochen, weil Sie den Absprung vom Journalismus geschafft haben und mit einem berufsfremden Konzept erfolgreich sind.
Herr Benn, Sie kennen Mat. Wie ist Ihr Kontakt? Ich möchte Sie nicht ausfragen. Das ist es nicht. Tauschen Sie sich über wichtige persönliche Fragen aus? Ich glaube, ich kam drauf, weil ich sicher bin, dass Mat Ihren Namen erwähnte … im Schlaf. Es war alles sehr wirr. “Letter a Magica“ – sagt Ihnen das was?
Wenn ich nicht schleunigst nach Bolonia zurück müsste, würde ich einen Abstecher nach Stuttgart machen.

Gerald Benn möchte seinem geschätzten Freund auch helfen:

Frau Ketelsen, darf ich abschließend noch eine große Bitte äußern: Ich möchte jetzt natürlich gerne so schnell wie möglich mit Mat sprechen, so bald ihm danach ist – unbedingt. Vielleicht ist es eine bessere Lösung, wenn Sie ihn bitten, dass er sich bei mir meldet, sobald er sich ein Gespräch mit mir zutraut.
NB: Er wird wohl von Litera Magica geträumt haben. Ich betrachte das sehr zuversichtlich für seine weitere Genesung.

Isa vermittelt … 

Ich habe Mat erzählt, dass Sie sehr in Sorge sind und ihn sprechen möchten. Er lässt Sie grüßen und wird sich melden. Es kann noch ein paar Tage dauern. Bitte gedulden Sie sich.

… und erklärt: 

Herr Benn, wenn Mathew sich noch nicht bei Ihnen gemeldet haben sollte – wovon ich fast ausgehe –, nehmen Sie es ihm nicht übel. Dann braucht er einfach noch etwas Zeit. Aber ich kann Ihnen versichern, dass es ihm relativ gut geht. Ach, und in dem Zusammenhang wollte ich Sie um ein paar aufklärende Worte zum Thema “Litera Magica“ bitten. Und in welcher Weise wird es seiner Genesung dienen. Was ist das? Eine geheime Sekte von buchstabenerfindenden Ex-Journalisten? 😉

Gerald Benn konnte mit Mathew Kontakt aufnehmen …

Zwischenzeitlich konnte ich mit ihm sprechen – nicht allzu lange, doch er klang recht zuversichtlich. Ich bin erleichtert – ich glaube, er hat viel Glück im Unglück gehabt; und ich bin mir sicher, dass er bald wieder auf den Beinen ist. Alles in allem eine erfreuliche Entwicklung; so wie es aussieht, werde ich Mat in der nächsten Woche in seiner Klinik besuchen.
Vielleicht wird es dann doch Paris werden – unter einem besseren Stern, nicht geplant und ohne konkrete Vereinbarungen, spontan, wenn sich Ihre und meine Anwesenheit überschneiden sollten?

… und erklärt Isa Ketelsen das angedachte Forum:

Sie baten um Aufklärung über Litera Magica. Es ist zunächst der Arbeitstitel für ein ganz grob angedachtes Projekt. Unsere Idee ist noch sehr diffus, sehr unausgegoren. Bezogen auf Mat: Betrachten Sie es als vielleicht wirklich wirksames Medikament, dass seiner Genesung gut tut – auch wenn es am Anfang gar nicht so gedacht war.

Aus un-heiterem Himmel gibt es Unstimmigkeiten zwischen Isa Ketelsen und Gerald Benn …

Herr Benn, nun wäre ich fast nach Stuttgart gekommen, aber nicht, um Sie kennen zu lernen, sondern um Sie auf den Topf zu setzen. Was haben Sie Mat erzählt, als Sie ihn besucht haben? Wissen Sie, dass er einen Tag nach Ihrem Besuch im Begriff war, die Klinik entgegen aller Empfehlungen frühzeitig zu verlassen. Er sprach davon, dass wichtige neue Aufgaben auf ihn warten. Es geht offenbar um Euren geheimen Männer-Club. Keine Ahnung, was da läuft, Herr Benn, aber machen Sie sich bitte klar, wie es um Mat steht.
Ich möchte Sie dringend bitten, Mat in den nächsten Wochen nicht mit Plänen oder Aufträgen zu behelligen. Er ist noch nicht gesund. Und wenn wir – die wir ihn mögen und schätzen – die Situation nicht richtig einschätzen, gefährden wir Mathew.
Ich denke, wir verstehen uns … oder?????

… aber Ihre Kritik erreicht ihn nicht unmittelbar. 

Liebe Leserin, lieber Leser,
es ist eine unmittelbare Antwort, diese von mir bewusst gesteuerte, für jeden gleichlautende E-Mail. Und für manche kommt sie überraschend.
Ich bin für 10 Tage aus dem virtuellen Raum verschwunden.
Wem Geschäftliches mit eventualis am Herzen liegen sollte, kann vertrauensvoll mit Agnes Buchholz kommunizieren: a.buchholz@eventualis.com. Sie steht Rede und Antwort.
Bis zum 12. September mögen alle, die ohne mich auskommen müssen, bestens ohne mich auskommen.

Nach der Rückkehr von Gerald Benn klingen die Worte anders: 

Im Klartext: Paris steht für mich noch in den Sternen; und wenn doch eine Schnuppe auf fruchtbaren Erdboden (wahrscheinlich eher Asphalt) fällt, spielt die Zeit ihr eigenes Spiel und hat das Wetter seine eigene Einstellung. “Bis bald in Paris“ halte ich im Augenblick noch für eine etwas gewagte Vorstellung – sorry für die Prognose.

Vielleicht kann eine real existierende Freundschaft unter Menschen, die sich wirklich kenne, solche kritischen Momente besser überstehen.

Was ich nicht nachvollziehe, ist, dass Sie meine Sorge um Mat offenbar nicht verstehen, Herr Benn. Unsere Wahrnehmung der Gesamtsituation ist offenbar sehr different. Im Gegensatz zu Ihnen hoffe und wünsche ich von Herzen, dass Mat NICHT wieder “der Alte“ wird.
In Bezug auf Paris und alles andere Ungereimte scheint es angeraten, künftig von alkoholbelasteten Korrespondenzen Abstand zu nehmen. Gibt schon ohne Promille genügend Miss- und Unverständnis, wie es scheint.

Agnes erfährt die Entwicklungen mit Betroffenheit. Ihr Chef erklärt ihr:

Jedenfalls kam es bei mir so an, als wollte Frau Ketelsen über die Gedanken, die wir uns über Mat machen Unfrieden stiften. Daraufhin habe ich ihr meinen Standpunkt klar gemacht, etwas direkt und harsch, vielleicht auch zynisch oder provozierend; jedenfalls nicht diplomatisch genug.

Er schließt ihr gegenüber seine Betrachtungen der aktuellen Situation mit den Worten:

Wissen Sie, Frau Buchholz, Sie kennen mich ja wirklich gut genug: Ich werde gewiss keinen Stein in einen Spiegel werfen, um Bilder auszulöschen. Doch genau so wenig werde ich eine beschlagene Oberfläche blank reiben, um irgendwelche Spiegelbilder zu entwerfen. Sie wissen, was ich meine
– die Dinge gehen ihren eigenen Weg.

Es ist still zwischen Isa Ketelsen und Gerald Benn … und die Dinge gehen ihren eigenen Weg … bis zu einem Fototermin in Paris …

Hut, die Fünfte …

E N D E

 


Spätestens jetzt wird doch jeder wissen wollen, was es mit dem sibyllinischen „Hut, die Fünfte“ auf sich hat… ob aus der Begegnung zwischen Isa und Gerald ein Schuh wird.

Und überhaupt: Wer dies gelesen hat, will doch nun unbedingt die Geschichte vom ersten bis zum letzten Wort erleben.

Voilà: „Paradiesundjenes“ gibt es jetzt als e-book.


Sage und schreibe … uns was im Web-log.

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