Vorstellungen | Paradiesundjenes

Vorstellungen

14. März 2013 um 11:21 von Heike Petersen

Im aktuellen Dia-log ‚Blind-Date in der Mailbox‚ geht es um ‚Vorstellungen‘.
Ein interessantes Thema … ein vielfältiger Begriff:
– eine Vorstellung besuchen…
– sich vorstellen oder vorgestellt werden…
– eine Vorstellung haben…

Sich etwas vorzustellen, spiegelt sich in der Realität oft in einer nicht gesuchten Weise. Enttäuschung ist das Ergebnis, kann aber nicht der Schlüssel sein.

Was machen wir mit unseren Vorstellungen? Oder sie mit uns?

19 Kommentare

Kommentare (19)

  1. Das Wort „Vorstellung“ bietet ja wirklich eine Menge von Interpretations- und Assoziationsmöglichkeiten –
    wie überhaupt das Wort „Stellung“ mit einer Vielzahl von Präfixen ausgestattet werden kann: Ein-, An-, Dar-, Zu-, Auf-, Aus-, Über-, Unter-, Nach-, Nachbe-, Abbe- …
    Ich merke, ich schweife ab. Zurück zum „Paradiesundjenes“: Ich hatte anfangs überhaupt keine Vorstellung von unserem Roman, geschweige denn von den Protagonisten – bis zur gegenseitigen Vorstellung.

    • Vorstellung! Versuch einem Fremdsprachler, der Deutsch lernen und verstehen möchte, das klar zu machen:
      Wenn ich mir etwas vorstelle, ist es was komplett anderes, als würde ich mich vorstellen. Sich vorzustellen, kann wiederum bedeuten, dass ich jemandem lediglich meinen Namen nenne, oder aber auch, dass ich bei ihm arbeiten möchte.
      Wenn ich eine Vorstellung habe (von etwas oder jemandem), bedeutet das wiederum was anderes, als würde ein Theater-Schauspieler erklären, er habe abends Vorstellung.
      Wahnsinn! Das begreift keiner, der das nicht mit der Muttermilch verabreicht bekommen hat.
      (Alles ’Vorstellungen’ … außer wenn sich jemand in einer Warteschlange vor(mich)stellt … das heißt vordrängeln … ;)

  2. Jetzt mach‘ ich’s mir einfach – so steht’s in der Wikipedia:

    „Vorstellung steht für:
    – Vorstellung, ein Bewusstseinsinhalt
    – die Vorstellungskraft, siehe Imagination
    – Präsentation
    – Bewerbungsgespräch, ein Gespräch mit einem Bewerber
    – Aufführung, eine Darbietung vor Publikum
    – Rechtsmittel gegen einen Mandatsbescheid im österreichischen
    Verwaltungsverfahrensrecht
    – Rechtsmittel gegen Bescheide des Gemeinderats im Bereich der
    Selbstverwaltung der Gemeinden im österreichischen
    Verwaltungsverfahrensrecht, siehe Selbstverwaltung der Gemeinden im eigenen Wirkungsbereich
    – ein soziales Verhalten, bei dem sich bislang unbekannte Personen
    einander bekannt machen – siehe Umgangsform
    – bei Studentenverbindungen die Annäherung durch einen
    Verhältnisvertrag“

    Ist doch wunderbar, was uns die deutsche Sprache alles bietet.

  3. Das kam mir heute Nacht – unabhängig von richtig oder falsch:

    – Sich vorzustellen, ob’s klappt.
    – Sich vorzustellen, ob’s klappt.
    Ein simpler Satz – mit zweierlei Bedeutung:
    Entweder liegt die Betonung auf ’sich‘ – oder sie liegt auf ‚vor‘.

    In der 3. Person geschrieben, wird’s einfach:
    – Mich vorzustellen, ob’s klappt.
    – Mir vorzustellen, ob’s klappt.

    • – Mich vorzustellen, ob’s klappt: häh, wie jetzt??

      • Das klärst Du besser mit Bernd, liebe Gina. Er ist der Deutsch-Experte im Team.
        Schön, dass Du mal wieder bei uns bist. :)

        • Bloß, mich fragt ja niemand.
          Also gut, es ist alles eine Frage des Suchens:
          – Suche ich einen Job, stelle ich mich vor – als Bleistiftanspitzer bspw.
          – Suche ich keinen Job, stelle ich mir vor… was ich statt dessen tun möchte.
          Und schreibe ich nun für Gerald Benn:
          – Sucht er einen Job, stellt er sich vor… (fragt sich nur, als was?).
          – Sucht er keinen Job, stellt er sich vor… (fragt sich nur, ob er dabei Isa Ketelsen einbezieht).
          So einfach ist Deutsch – im Österreichischen sagt man: Es geht sich immer geschmeidig aus.

          Übrigens: Wir Deutschen haben’s da leichter: http://www.duden.at/download/oesterreichisches_deutsch.pdf.
          Umgekehrt habe ich noch nichts Vergleichbares gefunden.

  4. Vorstellung. Stelle ich etwas vor mich oder einen anderen, verstelle ich den Blick – zumindest meist – auf das was IST. Stelle ich mir etwas vor ist es illusorisch?
    Eine Vorstellung kann auch etwas Wunderbares sein, sie kann beflügeln, Mut machen, Berge versetzen. Eine Vorstellung ist eine Projektion in die Zukunft, ein Gedanke den ich nicht so mag, da sich der Raum der Möglichkeiten verkleinert.
    Ich seh schon, diese Art von Vorstellung beschäftigt mich :)

    • Ja Fatima, ein vielfältiger Begriff: Vorstellungen. Um auf meine oben gestellte Frage zurück zu kommen: Gibt es richtige und falsche Vorstellungen? Ich denke – nein! Ich glaube, meine Vorstellungen können mich behindern oder beflügeln, je nachdem aus welcher Motivation sie stammen. Wenn mein kleines krankes Ego sich etwas vorstellt, ist eher eine Enttäuschung programmiert. Wenn mein reifender Geist sich etwas vorstellt, kann persönliches Wachstum die Folge sein und sich ungeahnte Wege auftun …
      Meine Erfahrungen mit meinen Vorstellungen.

    • Man macht sich ja gar keine richtigen Vorstellungen von dem, was sich alles hinter dem Wort ‚Vorstellung‘ auftut.
      Doch ich werde jetzt nicht auf die Suche gehen nach Verstecken in Schatten, die die Sonne wirft.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert