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27. August 2014 um 17:34 von Heike Petersen

Gratulation an meinen geschätzten Freund und Kollegen Bernd Lange zu seiner frisch veröffentlichten Geschichten-Sammlung, den Stuttgarter „Südseiten„.

Ich bin weit davon entfernt, meine Eindrücke der letzten Wochen und Monate in Buchform auszudrücken, freue mich aber, dass mich die Stunde und die Muse zusammen mit der Muße hier einkehren lassen für ein ‚update‘ aus dem Süden Europas.

Mein andalusischer Sommer fing soooooooooo schön an …


Gemeinsam mit meinem Herzensmann die Natur und unser idyllisches Leben auf dem Land genossen und meinen Drehbuch-Entwurf wieder an die Oberfläche geholt,

um …

… und dann … ist der Herzensmann abgefahren, um im fernen Deutschland zu arbeiten und ich habe meinen Einsatz zugesagt im nahen TarifaSommerTouristenTrubel.

Was war noch mal der Grund, dass ich die letzten beiden Jahre im Juli und August in Norddeutschland war? – Ach ja … das Wetter und die beschaulichen Temperaturen in Schleswig-Holstein, durchsetzt mit Regenschauern – eine Wohltat!

Auch das kulturelle Sommerprogramm im Norden scheint mir unterhaltsamer:

Während die „NordArt“ in meiner 1. Heimat alljährlich für Gesprächsstoff sorgt und sich über steigende Besucherzahlen freut …

… zieht die „PortArt“ in Tarifa nur vereinzelt Interessierte in den Bann, aber sensitive Menschen in Mitleidenschaft (unser Büro ist im Hafen).

Respekt an die andalusischen Verantwortlichen, dieses bewegende Hafenkunst-Groß-Projekt (die genaue Zahl der Tonnen Beton, die zerlegt und bewegt werden, ist mir nicht bekannt) in die touristische Hauptsaison zu legen, um es möglichst vielen in- und ausländischen Gästen zu präsentieren.
Aber selbst der gezielte Einsatz von schwerem Gerät an drei Seiten des Hafens – und somit auf der gesamten Breite – lässt die Menschen, die in ihren Autos auf die Fähre nach Marokko warten, offenbar kalt … und das bei 43 Grad … ohne Schatten.

Was mich nicht kalt lässt, spielt sich regelmäßig hinter dem Fähranleger ab:

Afrikanische Flüchtlinge werden ‚von der Straße‘ geholt. Anfang letzter Woche wurden 1.200 Menschen innerhalb von 3 Tagen aus überladenen kleinen Booten gerettet und versorgt.
Das Drama, das sich im Süden live darstellt, fand im Eckernförder Hafen einen Platz der Aufmerksamkeit dank des dänischen Künstler Jens Galschiot und der Danish Society for a Living Sea: Hier ist der Bericht der Eckernförder Zeitung über das Projekt hinterlegt.

So weit ein kleiner Einblick in das bewegte und bewegende Leben an und auf der Straße von Gibraltar im Sommer 2014 …

… das zu Luftsprüngen anregen kann …

 

 

 

 

… oder zum Abtauchen.

 

 

 

Fazit:
Das Schreiben betreffend bin ich in diesem Sommer abgetaucht …

 

 

und … die heiße Zeit hat ihre Spuren hinterlassen!

 

 

 

 

 

Aber das sind immer
noch Sonnenblumen, auch wenn sie jetzt bräunlich dastehen …

 


… und das bin immer noch ich, auch wenn ich nicht schreibe
(und die Haare auf andalusische Temperaturen ‚zugeschnitten‘ sind;)

(Dank an Reto Roderer für die Fotos rund ums Wasser)
10 Kommentare

Kommentare (10)

  1. Hallo liebe Heike,
    herrlich hast du das geschrieben. Ich konnte so einiges nachempfinden :-). Die Straßen sind übervoll im Tarifa-Sommer, der Krach im Hafen nervt und übertönt meine Stimme beim Charla halten und wo deine Haare kürzer geworden sind, sind meine gewachsen, da ich hier auch zu gar nichts komme…
    Außer ein bisschen über die Wale berichten.
    Herzliche Grüße Monika

    • Hallo Monika,
      wir nehmen an, dass die Arbeiten der ‚PortArt Tarifa 2014‘ am kommenden Wochenende (31. August = Ende der spanischen Urlaubszeit) eingestellt werden. Das Gesamtkunstwerk samt Zäunen, Stein- und Betonbergen wird möglicherweise auch in den Wintermonaten zur Besichtigung erhalten bleiben. Das aktive künstlerische Projekt mit Baulärm, Staub und allen interaktiven Erlebnissen, wird sicherlich wieder zum Saisonbeginn 2015 für das Publikum geöffnet.

  2. Liebe Heike,

    ganz so frisch sind sie ja nicht mehr – die „Südseiten“ – doch abgestaubt werden müssen sie auch noch nicht …

    Wenn ich Dich jetzt richtig verstehe, bist Du vor lauter südlich-sommerlicher Hitze abgetaucht. Ähnlich wie ich, doch bei mir ist’s wegen der winterlichen Kälte, die wir im Stuttgarter Sommer genießen dürfen. Da bleibt nur das Abtauchen unter dick-dauniges Bettzeug. Oder statt ins frische Meer ins dämpfige Bad einer Sauna.

    Es ist zu befürchten, dass damit auch die „Südseiten“ eher ein verfrorenes Schattendasein fristen … und damit stimmt ja dann wieder Dein „…frisch veröffentliches…“ :-)

    • Lieber Bernd,
      ich werde im Winter wieder in Deutschland auftauchen. Ich nahm doch an – aufgrund Deiner Berichte -, dass den Südseiten bei diversen Lesungen eingeheizt wird. Ich möchte auf jeden Fall über Deine Termine informiert werden und meinen Aufenthalt entsprechend planen.

  3. In der spanischen Sprache findet sich der gleiche Ausdruck für Kunstwerk und Baustelle: obra

  4. Hallo liebe heike,
    Also da muss ich doch ein „yang“ zu deiner so negativen Wahrnemung hinzufügen. In Bolonia – und das sind nur 15 km von tarifa entfernt- liegen die temperaturen bei angenehmen 27 grad und ich geniesse den „kühlen“ sommer dank ponientewind, der frischen wind vom meer bringt. Ich geniesse wie selten sonne, strand und meer.
    Wann treffen wir uns im chirocco und chillen mit mojito bei sonnenuntergang?
    Es ist einfach traumhaft hier wenn mann nicht mitten im touristentrubel arbeiten muss.
    Also bis ganz bald
    Sonia

    bei

    • Sonia, mein Sonnenschein :), was meinst Du mit negativer Wahrnehmung? Es handelt sich um einen Tatsachenbericht, dem ich etwas Ironie beigemengt habe. Negativ wäre es gewesen, wenn die Flüchtlinge ertrunken wären und in Form von an den Strand gespülten Wasserleichen das Yang-Sommer-Gefühl in Bolonia verhagelt hätten.
      Wäre nicht das erste Mal, dass Flüchtlinge das rettende Ufer der ‚anderen Straßenseite‘ als Leichen erreichen.
      In den nächsten Tagen möchte ich mit Dir im Sirocco auf das Leben anstoßen. Freumichdrauf!

  5. Liebe Heike,
    hat mich gefreut,diese interessanten Zeilen von dir zu lesen.
    Hoffe doch,dass Tarifa trotz einiger „Kunstobjekte“ im Hafen
    seine einmalige Ausstrahlung nicht verloren hat.
    Mir gefällt es seit 25 jahren immer wieder aufs neue.Hoffe,dass
    es auch im November so sein wird und ich Dich dann auch sehe.
    Liebe Grüsse.

    Rolando

    • Lieber Rolando,
      die Bauarbeiten im Hafen von Tarifa werden vielleicht in 391 mañanas (mas o menos) abgeschlossen sein und den Charme des Dorfes nicht weiter beeinträchtigen.
      Die Katastrophen auf dem Nachbar-Kontinent und die damit verbundenen ‚Völkerwanderungen‘ werden irgendwann in einer Zukunft, die wir beide noch erleben könnten, nicht lediglich Tarifa, sondern ganz Europa ‚berühren‘.
      Freue mich auf unser Wiedersehen, wenn Du vor dem 16. November ankommst. Sonst erst im Januar.
      Liebe Grüße nach Berlin!

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