Kapitel 1 – Isa Ketelsen und der Umgang im Forum

Kurz nach dem offiziellen Einstieg in unsere Geschichte hatte sich in beiden Autorenlagern die ruhelose Schreiblust gepaart mit einer neugierigen Lesesucht.

Wir waren in gespannter Erwartung: Was kommt als nächstes?
Was mache ich daraus?

Da die Begegnung unserer beiden Romanfiguren in einem Literatur-Forum im Internet stattfand, mussten weitere Mitglieder erfunden werden:
– Moderator Gaston Haeberlin, der ’Höllenhund’ des Forums
– Marie-Louise Hirscheneck-Morgenthaler
– Katarina deFries
(alle von Bernd Lange ins ’Roman-Rennen’ geschickt)

– Mat, den ich mir ausgedacht hatte als die Person, die Isa Ketelsen ins Forum eingeladen hat und sie auch begrüßte.

Mat erfuhr eine interessante Entwicklung. Zunächst lief er Gefahr, von Bernd zu ’Mathilda’ gemacht zu werden. Das konnte ich abwenden. Allerdings wurde in den 6 Tagen, in denen wir das 1. Kapitel abschlossen, aus dem Mat, den ich vor mir sah (langhaariger Dauerstudent), durch Bernds Zutun der renommierte Brite ’Mathew McMaurice’. MMM begleitete uns – was zu dem Zeitpunkt nicht klar sein konnte – durch den gesamten Roman in einer interessanten Nebenrolle.

Auszüge aus Kapitel 1 – Forum ‚Worte zwischen Himmel und Hölle‘:

Gaston Haeberlin begrüßt Isa Ketelsen:
»Sie wünschen Kritik – ich bin in unseren Foren dafür berüchtigt. Andere werden vielleicht wohlwollendere Worte finden?! Jedenfalls bin ich gespannt, was Sie mit Ihrer ‚Unbekannten Todesursache‘ noch alles anrichten.«
Gerald Benn über den Moderator:
»Nehmen Sie, liebe Frau Ketelsen, seine Worte nicht zu ernst.«
Gerald Benn an Isa Ketelsen:
»Ein einigermaßen aufmerksamer Leser Ihrer Worte wird sich die Äußerung eines Anfangsverdachts nicht verkneifen können, dass Fehler zu Ihrer ’Spurensicherung’ gehören, um bewusst eine gewisse Lebendigkeit zu provozieren… Oder wie darf ich in der 13. Zeile Ihr 4. Wort deuten?
Doch fühlen Sie sie, äh pardon, Sie sich bitte nicht durchschaut.«
Mat:
»Moin Isa,
ich werd’ ’nen Teufel tun und mich zwischen die GB-GH-Fronten stellen und sage einfach: Welcome to Hell. Endlich fließt hier mal wieder frisches Blut ;-))))«
Gerald Benn an Gaston Haeberlin:
»Halte Dich doch ein wenig distinguierter gegenüber neuen Mitgliedern. Mich würd’s nicht wundern, wenn es durch Deine Worte gelungen ist, unsere ’todesmutige’ Dame gleich wieder vergrault zu haben.«
Antwort Gaston Haeberlin:
»Ich bin mir sicher, dass Frau Ketelsen meine Worte richtig einschätzen wird. Denn diese helfen ganz gewiss mehr weiter, die richtige Modulation ihrer Worte zu finden, als Dein Süßreden.«
Isa Ketelsen an die beiden Herren:
»Auf jeden Fall freue ich mich, das Tor zwischen Himmel und Hölle laut polternd aufgestoßen und dabei schlafende Hunde geweckt zu haben …
Dass ich darauf verzichte, die Schlacht, die hier offenbar schon länger geschlagen wird, zu kommentieren, wird man mir als Neuling zugestehen.«
Isa Ketelsen an Gerald Benn:
»Und abschließend muss ich gestehen, dass Sie sie … äh …sich … nein mich … tatsächlich durchschaut haben. Ich übermittle mit den von Ihnen entdeckten, aber eigentlich nicht für Sie bestimmten ‚Fehlern‘ geheime Botschaften … aber sagen Sie es bitte keinem weiter … Sie Dechiffrierungs-Experte …«
Isa an Mat:
»Es ist sehr unterhaltsam hier zwischen höllischen Aufpassern, himmlischen Rettern und irdischen Wortwächtern.«
Marie-Louise Hirscheneck-Morgenthaler an Isa Ketelsen:
»Meine Bewunderung, wie Sie hier kontern.«
»Und ich werde es sehr begrüßen, Sie bieten uns weitere Kostproben Ihres Könnens.
«
»Sollten Sie allerdings hier auf der Suche nach Verlegern, Verlagsrepräsentanten, Literaturagenturen u. ä. Mentoren oder Förderern sein, muss ich Sie enttäuschen. Eigenartigerweise strecken die in dieser virtuellen Plattform nicht ihre Fühler aus – bisher jedenfalls nicht.«
»Sind Sie immer so nachtaktiv?«
Isa Ketelsen an Gerald Benn:
»Bitte machen Sie mir die Freude, auch weiterhin meine Texte unter die Rechtschreiblupe zu nehmen. Vielleicht finden Sie in meiner nach Fehlern aussehenden Geheimsprache irgendwann eine ganz persönliche Botschaft …«
»Meine ’Kristallkugel’ gab diese Antwort nicht her, aber ich möchte wetten, dass es über den Weingenuss etwas von Ihnen ’verfasstes’ gibt … !? Einer Verköstigung sehe ich mit Freuden entgegen …«
Isa Ketelsen an Marie-Louise Hirscheneck-Morgenthaler:
»Es ist sehr beruhigend, von Ihnen zu erfahren, dass ich hier nicht Gefahr laufe, einem an meinen Texten interessierten Verleger in die Hände zu fallen. Das würde meinem ohnehin schon bewegtem Leben eine nicht zu überbietende, aufregende Komponente geben … und am Ende … wäre ich die grinsende Leiche auf dem Tisch des Pathologen …«
Gerald Benn an Isa Ketelsen:
»Mit einer Weinverkostung in eigenen Worten muss ich Sie enttäuschen. Über Wein schreibt man nicht, Wein lässt man philosophieren – und das Ergebnis ist nichts für’s Auge, höchstens für die Seele. Einzig ein letzter Absatz einer Kurzgeschichte aus meiner Feder – auch wenn’s heute die Tastatur ist – unter dem Titel ’Das Paradies hat auch im November offen’ lässt eine entfernte Verwandtschaft zum Wein erkennen.«
Abschließende Worte von Mat am Ende des 1. Kapitels:
»Und um Deine Frage zu beantworten, Marie-Lou: Ich kenne niemanden, der IK jemals hat schlafen sehen und ich war sieben Jahre, drei Monate, zwei Wochen, vier Tage und neun Stunden mit ihr verheiratet. LG McMau«

Im 2. Kapitel, das wir nächsten Donnerstag vorstellen, schreiben sich Isa Ketelsen und Gerald Benn dann private E-Mails. Wie sich zeigen wird, können die beiden dabei eines am besten: sich missverstehen.


Und zwischen all den Forumskommentierungen, die wir uns beide für den Roman zuschaufelten, gab es natürlich auch unsere eigenen E-Mail-Kommentierungen.

Doch diese Worte behalten wir für uns. Einige wenige Betreffzeilen lassen schon erahnen, wie es zwischen uns zugegangen ist:
„Oha, da kommt ja Bewegung ins Forum“
„Sorry, wenn ich Ihnen schon wieder auf die Pelle rücke“
„… puhhh …“
„Forumssucht :-)“
„So, jetzt aber …“
„Nicht 0815, sondern 015 und 016“
„Heute bei mir auf der nach unten offenen Richterskala: minus 2,8“
„Auffütterung des Forums“
„18 – 20 – 2 – …“
„18 – 20 – 2 – … zero“
„… 0 … (23)“
„… 24 … (reizend) :-)“


Fortsetzung folgt hier …
Sage und schreibe … uns was im Web-log.