Doktorspielchen und die alles entscheidende Frage

Die letzte Botschaft von Herrn Lange als Kommentar zu meinem Herzensmonolog ‚90-60-90‚ war:


(>_<)
 und machte mich ‚:-

Ich war nicht wirklich (ò_ó) aber schon (ó_ò)
Solche müden Scherze regen mich zum :‚-( an
(Übersetzung).

In Ermangelung angemessener Worte und eines passenden Emoticons (der  #:o\:o/:o\:o/:o|| traf nicht wirklich meine Gefühle und eines für eine virtuelle Ohrfeige kenne ich nicht) schrieb ich Herrn Lange recht neutral:

28.01.2011, 12:14 Uhr von Heike Petersen
Re: „Heike Petersen 90 – 60 – 90″

:-)
Lieber Herr Lange,
die Betreffzeile Ihres netten Anschreibens bedarf einer Korrektur, da sonst Missverständnisse aufkommen könnten … aber ich werde jetzt nicht das Maßband holen ;-)

Ein zauberiges Wochenende wünscht
hep

Nachdem wir text-il in Fahrt gekommen waren, brach wieder eine Zeit des gemeinsamen Schweigens aus (vielleicht war die Ohrfeige, wenn auch nur gedacht, angekommen? ;) … bis zu meiner XING-Statusmeldung, die wieder Bewegung brachte.

08.03.2011, 16:53 Uhr
Heike Petersen – allgemeine XING-Meldung:

Wenn ich mit jemandem nicht rechnen kann, schreibe ich ihn nicht gleich ab.

Mit diesem geistigen Erguss begeisterte ich (oder auch nicht) meine gesammelten XING-Kontakte.
Die Aussage zielte überhaupt nicht in Richtung aktueller Ereignisse. Aber es begab sich, dass ein deutscher Verteidigungsminister eine Affäre hatte … also eine mit einem Plagiat. Karl-Theodor zu Guttenberg war gerade zum Ex-Doktor geworden. Das wiederum wirkte sich bis in die Schreiberei von Herrn Lange aus:

08.03.2011, 17:12 Uhr von Bernd Lange
„Wenn ich mit jemandem nicht rechnen kann, schreibe ich ihn nicht gleich ab.“

Liebe Frau Petersen,
vorsichtig, wie ich bin, habe ich den Betreff zunächst mal in Gänsefüße gesetzt – nicht, dass ich noch des Plagiats überführt werde.

Um Ihnen auf Ihre bemerkenswerte Aussage etwas Profanes zu begegnen: Heute habe ich mit Ihnen wirklich nicht gerechnet.

Doch immer noch besser ’ne Buchstabensuppe als ’n Zahlensalat :-)

Und jetzt keine alaafigen oder helauigen Grüße, nein, schlicht clownereske aus der unheimlichen Hochburg des schwäbischen Frohsinns, die sende ich Ihnen ans Atlantische (oder ist’s da noch mittelmeerig?),
Bernd Lange

Und … so ‚chatten‘ bla und hep das erste Mal:

17:20 Uhr von Heike Petersen

… hier ist es meer-fach … in Tarifa haben wir die Wahl zwischen mittel und atlantisch … in jedem Fall gerade regnerisch.
Geht es Ihnen gut?

17:28 Uhr von Bernd Lange

Aha, also grenzwertig – von links nass, von rechts nass, von oben nass…

Wie es mir geht? Ich bin froh, wenn diese Zeit der aufgezwungenen Heiterkeit wieder aus den Fassaden der dumpfbackigen Gesichter rausgequollen ist. Bei Ihnen allet paletti?

17:42 Uhr von Heike Petersen

Ich schicke mal ein fröhliches Lächeln – ohne Pappnase – und wünsche Durchhaltevermögen. Aschermittwoch rückt näher … alles wird gut!
Ich habe mit einer etwas ausgedehnten Gesundheitspause zu tun. Mein Beschluss lautet, dass ich morgen wieder fit bin und munter durch die Gegend springen kann!

17:55 Uhr von Bernd Lange
Übrigens zu: ‚Wenn ich mit jemandem nicht rechnen kann, schreibe ich ihn nicht gleich ab.‘

Ich wäre da vorsichtiger: Denn wer nicht bis drei zählen kann, dem bleibt ja nur das Abschreiben (Übereinstimmungen mit lebenden Persönlichkeiten sind rein zufällig).

Ich war offline. So setzte sich der Chat um Rechnen, Schreiben und zweifelhafte Doktoren am nächsten Tag fort.

09.03.2011, 13.25 Uhr von Heike Petersen

Lieber b-la, wer in jungen Jahren nicht über „Doktorspielchen“ aufgeklärt wurde, hat wohl irgendwann das Nachsehen … oder Aufsehen …

13:55 Uhr von Bernd Lange

Mit den Doktorspielchen ist das so ’ne Sache – wer da nicht rechtzeitig aufgepasst hat, worauf es dabei ankommt, hat später einmal das Nachsehen. Nicht nur, wenn man sich nicht vorgesehen hat.

22:52 Uhr von Heike Petersen

Danke für die Aufklärung hinsichtlich Doktorspielchen.
Ich hoffe, Sie haben einen gemütlichen Abend
♥lich hep

Nun wurde es offenbar eine ‚Alltäglichkeit‘, sich in der Mailbox zu treffen.

10.03.2011, 9:21 Uhr von Bernd Lange

Guten Morgen liebe Frau Petersen,
Ihre Botschaft habe ich erst heute morgen gelesen – somit ließen sich Ihre hoffenden Wünsche zum gestrigen Abend nicht verwirklichen. Er, der Abend, wurde zu Stunden der Hausarbeit, das Übliche halt: Einkaufen, Wäschewaschen, Bügeln mit all seinen Begleiterscheinungen, bei denen nicht wirklich ein Ambiente des Gemütlichen spürbar wird.

Ich wünsche Ihnen einen rundum sonnigen Tag,
Liebe Grüße
bla-blubb

11:14 Uhr von Heike Petersen

Ihnen auch einen guten Morgen lieber Herr Lange,
normalerweise wirken meine Herzenswünsche auch ohne, dass sie gelesen werden, also quasi unsichtbar. Dass es in Ihrem Fall beim ungemütlichen Haushaltsabend blieb, muss ein Übertragungsfehler gewesen sein. Sorry. Ich werde beim nächsten Wünschen die Hausarbeit extra berücksichtigen, damit so etwas nicht wieder vorkommt.

Bitte sagen Sie mir, dass Sie gesund und heil sind, weil ich nicht genau weiß, was ich mir unter „Bügeln mit all seinen Begleiterscheinungen, bei denen nicht wirklich ein Ambiente des Gemütlichen spürbar wird“ vorstellen muss. Es klingt nach Besuch der Ambulanzabteilung des örtlichen Krankenhauses um 23 Uhr, um von einem schlechtgelaunten Notfallmediziner Brandverletzungen behandeln zu lassen … ;-)

Danke für den rundum sonnigen Tag, der sich äußerlich etwas grau darstellt und stürmisch … aber das macht nichts … drinnen sieht es anders aus.

♥lich hep

12:36 Uhr von Bernd Lange

Tja, was soll ich dazu schreiben?
Nein, es sind keine ernsthaften körperlichen Verletzungen, eher vielleicht seelische.
Was schon auf nackter Haut zu keinem einigermaßen ansehnlichen Ergebnis führt, zeigt sich auch bei den von mir gebügelten Teilen: es bleiben Falten und Furchen, Krater und Kuhlen, Knitter und Kerben, Kanten und Knicke, Krause und Kluften, Rinnen und Rillen, Runzeln und Riefen, Scharten und Schluchten – kurz, das volle Programm aller nur denkbaren Einschnitte, inkl. die des Lebens.

Vor grauen Urzeiten, als ich mich noch mit Lyrischen versuchte rumzuquälen, entstanden mal ’n paar Worte sinngemäß: Der Faltenwurf der Vergangenheit legt sich jeden Tag neu.

So sieht das nämlich aus bei meiner so genannten Hausarbeit. Da hinterlässt ja die Büroarbeit weitaus weniger tektonische Verwerfungen auf meiner geistigen und körperlichen Oberfläche.
Hinreichend beantwortet? Und damit Ihrer Sorgen entbunden?
Ich wünsch’s mir. Und bleiben Sie innerlich sonnig – das glättet.

Liebe Grüße
Bernd Lange

23:28 Uhr von Heike Petersen

Lieber Herr Lange,
meine Gedanken – es sind nicht wirklich Sorgen – gehen durch Ihre sehr bildliche Beschreibung in die Richtung, dass ich glaube, Sie hätten in der Notaufnahme des örtlichen Krankenhauses bei der Behandlung bügelfaltenbedingter Brandverletzungen mehr Spaß gehabt … was wiederum neben Falten und Kanten weitere Fragen aufwirft. 43 fallen mir da ganz spontan ein. (Edit: 42 Fragen gelöscht) Warum LASSEN Sie nicht bügeln?
Ich gestehe, dass ich ein grottenschlechter Fensterputzer bin, daher hatte ich mir – in Deutschland lebend – eine Fachkraft gesucht, die diese Horrortätigkeit für 15 Euro in 20 Minuten streifenfrei und sehr unterhaltsam erledigte. Dann habe ich mich der Gesamtsituation durch Auswanderung und Umsiedelung ins Wohnmobil entzogen. Wobei das sicher eine Lösung ist, die nicht jeder anstrebt ;-)

Ich bin wieder versucht Ihnen was zu wünschen, aber ich lasse das, da ich noch übe. Also … was auch immer heute Abend ist … Ich habe damit nichts zu tun! :-)

Wenn ich unsere E-Mails lesen, komme ich häufiger zu ein und derselben Frage:

Hätten Sie Interesse an einem gemeinsamen Schreibprojekt?

♥lich hep

Jetzt nahm das Schicksal seinen Lauf …


… unweigerlich!
Mit dieser Aufforderung hatte ich nun gar nicht gerechnet.


Und ich war zunächst auch mental überfordert, ob ich diesem von Heike Petersen gewiss erwarteten Qualitätsanspruch gerecht werden kann. Worte in E-Mails zu schreiben, ist eine Sache. Eine gaaaaanz ganz andere ist ein Schreibprojekt.


Fortsetzung folgt hier …
Sage und schreibe … uns was im Web-log.